Zur Erinnerung an unsere Vorfahren, die als Migranten aus Süddeutschland in die Welt zogen

Schlagwort: Seifert

Hermann Wilhelm Seifert Teil 3

Die Potsdamer standen in den Trümmern und bauten sich ihre Stadt neu auf. Es wurde alles verbliebene, was scheinbar oder tatsächlich von Wert war, abgebaut und als Reparationsleistung in die Sowjetunion geschickt. So war es doppelt schwer für die Bevölkerung, eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen. Man war ständig bemüht, irgendwie Lebensmittel und Heizmaterialien zu beschaffen.

Die Frauen unserer Familie standen als Trümmerfrauen zwischen Stahlträgern, Mauerresten und Balken, zogen schwer beladene Wagen und Loren mit der eigenen Körperkraft, da meist keine Pferde oder Lastwagen zur Unterstützung vorhanden waren. Reichten in langen Menschenketten Steine von Hand zu Hand weiter, damit aus den vom Mörtel befreiten Steinen neue Häuser entstehen konnten. Alles für einen Stundensatz von rund 70 Pfennigen, nur die Lebensmittelrationen stiegen für diese Schwerstarbeit. Fett etwa 400 g/Monat, 500 g Brot und 100 g Fleisch in der Woche. Der tatsächliche Nährwert der Nahrung lag größtenteils bei etwa 700 Kalorien/Person/Tag. Salat aus Brennnesseln, Löwenzahn standen neben den erneut unvermeidlichen Rüben auf dem Speiseplan. „Brat mir einer einen Storch“ war nicht nur eine Redensart, aus berufenem Munde wissen wir, wie tranig er schmeckt. Auf dem Heiligen See schwamm kein einziger Schwan mehr, man war dankbar über jeden Rinderfuß, den man irgendwo erhalten konnte.

Meine Mutter erinnerte sich an diese Zeit:

„Nach dem Krieg haben viele Leute in ihren Wohnungen das eine oder andere Zimmer vermietet, weil viel zerstört war und die Leute auch Geld brauchten. So auch Ur-Oma und Ur-Opa! Sie hatten ihr Schlafzimmer an „Fräulein Lorke“ vermietet. Ihre Mutter wohnte eine Treppe höher, auch sehr beengt. Fräulein Lorkes Schwester lebte in New York und schickte regelmäßig Geld, Päckchen und Briefe und Karten. Sie kam auch einige Male zu Besuch. Ich kannte sie. Da ich als Kind sehr viel bei Ur-Oma war, kam ich natürlich auch viel mit Lorkes zusammen (Ur-Opa nannte sie immer die Misses). Ich ging gern zu ihnen, weil sie nicht nur sehr nett waren, sondern sie hatten (Fräulein Lorke) das ganze Bett voller schöner Puppen aus Amerika und ich durfte mit ihnen auch spielen. Einmal bekam ich wunderschöne, handgearbeitete „Opanken“, das waren Sommersandaletten aus beigem Leder, mit kleinem Absatz. Ringsherum mit zartgrünen Lederbändchen eingefasst und schmalem Fesselriemchen und kleiner Schnalle. Sie wären auch heute noch hoch modern! Fräulein Lorke hatte oben seitlich einen Goldzahn, der blitzte, wenn sie lachte und eine gutturale Stimme, vielleicht, weil sie rauchte. Ihre Mutter war eine richtige Omi, wie man sie sich vorstellt, alle jedenfalls sehr nett. Als dann im Hause etwas frei wurde, zogen sie zusammen und Ur-Oma hatte ihr Schlafzimmer wieder. Bis dahin schliefen sie in der kleinen Stube hinter der Küche. Diese Kleine Stube war dann noch viele Jahre immer wieder an Studenten der Pädagogischen Hochschule vermietet, die von Ur-Oma und Ur-Opa immer wie eigene Söhne behandelt wurden und es gut bei ihnen hatten. Es war für sie wie Familienanschluß. Ich muß immer wieder sagen, dass Ur-Oma und Ur-Opa sehr moderne aufgeschlossene Menschen waren mit sehr gutem Charakter! So etwas findet man heute selten, man muß auch sehen, aus welcher Zeit sie stammten und es auch noch andere Werte waren! Heute gibt es doch fast nur noch Egoisten!“

meine Mutter und Enkelin
Neue Zeit, 8.8.19451

Uropa hatten jedoch seine Arbeit bei Kesslau, da alle Betriebe, die in der Lage waren, Autoreparaturen durchzuführen, dringend benötigt wurden und zusammen bauten, was sich reparieren ließ.

Um des Hungers Herr zu werden, wurde im September 1945 die Bodenreformverordnung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) verabschiedet. Man hoffte, durch Enteignung und Neuverteilung ab 1946 die Nahrungsmittelproduktion anzukurbeln.

Jedoch brach 1946/1947 einer der strengsten Winter über Deutschland herein, der wie der Winter 1944/1945 zu einem Hungerwinter werden sollte.

Das folgende Jahr sorgte für eine erneute Inflation. In den westlichen Besatzungszonen wurde die Deutsche Mark eingeführt, nun wurden die dort wertlos gewordene Reichsmarkbestände in größeren Mengen in die SBZ gebracht, um sie einzutauschen gegen Waren. Diese Geldschwemme sorgte für eine Inflation, die faktisch über Nacht alle privaten Bargeldbestände in Ostdeutschland wertlos machten. Um diesen Geldfluss einzudämmen, wurde zwischen dem 24. und 28. Juni 1948 ein Bargeldumtausch durchgeführt.

Herman Wilhelm Seifert links, auf der Treppe sein Chef Herr Bormann und rechts dessen Sekretärin bei Firma Kesslau

Pro Person durften maximal 70 Reichsmark 1:1 umgetauscht werden. Spareinlagen im Betrag bis zu 100 Reichsmark wurden ebenfalls 1:1 getauscht, im Betrag von über 100 bis 1000 Reichsmark im Verhältnis 5:1, wer mehr besaß, musste die Herkunft des Geldes erklären. Oma erzählte dazu einmal, jetzt standen sie mit 40 Mark da, das war ihr ganzer Besitz, für den sie zuvor geschuftet hatten.

Trotz allem, es gelang ein Wiederaufbau der Stadt, die Menschen fanden sich in der neuen Ordnung zurecht, auch, als am 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland und als Antwort darauf am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik gegründet wurden. Nun war es offiziell, man lebte als Familie in zwei getrennten deutschen Staaten.

Betriebsjubiläum bei Kesslau 1953, zwischen Uroma und Uropa sein letzter Geselle Willi, neben Uroma links der Chef Herr Bormann

Potsdam wurde im Sommer 1952 zur Bezirkshauptstadt des neu gegründeten Bezirks Potsdam. Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 schien noch einmal die Hoffnung aufkommen zu lassen, als würde sich die Politik in ihrer Richtung ändern, ein Trugschluss.

So erlebte Uropa am 4. April 1956 sein 45. Betriebsjubiläum bei Kesslau, ehe er in Rente ging. Man konnte nach wie vor nach „West“-Berlin fahren, jedoch mehrten sich die Anzeichen, dass auch diese Möglichkeit bald verschlossen sein würde, da es der Regierung ein Dorn im Auge war, tausende Arbeitskräfte als  Grenzgänger im Westteil der Stadt arbeiteten lassen zu müssen. Dieses „Problem“ hatte sich seit der Währungsreform 1948 deutlich verschärft, die neue Deutsche Mark war ein Vielfaches einer DDR-Mark wert.

Zwischen 1949 und 1961 hatten rund 2,6 Millionen Menschen den „Osten“ verlassen, beinahe die Hälfte der Ost-Grenzgänger waren 1961 Beschäftigte der Deutschen Reichsbahn, die übrigen darstellende Künstler, Musiker, hochqualifizierte Wissenschaftler und Techniker oder sie gehörten zum Personal der beiden christlichen Kirchen. In den Augen der Regierung entzogen sich diese „Verräter und Schmarotzer“ dem „Aufbau des Sozialismus“. Bei einer Besprechung zwischen Nikita Chruschtschow und Walter Ulbricht am 3. August 1961 in Moskau fiel die Entscheidung zur Schließung der Sektorengrenze am 13. August. Es folgte der Mauerbau, Symbol einer Teilung, die bis zum 10. November 1989 Bestand haben sollte.

Uroma und Uropa feierten am 7. Juni 1968 ihre Goldene Hochzeit und am 7. Juni 1973 ihre diamantene Hochzeit im Kreise ihrer Familie, die inzwischen angewachsen war um drei Urenkel.

Die diamantene Hochzeit war für mich ein besonderes Ereignis, es ging in den Potsdamer „Klosterkeller“ gegenüber meiner Schule. Es gab Kotelett und Uroma packte in einer Serviette den Knochen für den Schäferhund der Nachbarn ein, der auf dem Hof hinter dem Haus seinen Zwinger hatte. Mich amüsierte das ungemein, wo wir doch alles so fein angezogen waren, Uroma ihre beste Handtasche dabei hatte und diese Gaststätte eine damals wirklich begehrte in Potsdam war, wo Tische lange vorbestellt wurden. Alle anderen nicht verzehrten Speisen ließ sie ebenfalls einpacken, damit sie diese noch zu Hause verbrauchen konnte.

Sie kochte immer noch selbst und ich bin manches Mal nach der Schule zu ihr gegangen, um Mittag zu essen. Dann klopfte ich an die Scheibe und sie fragte, wer da wäre, da sie an Star erkrankt war und kaum noch sehen konnte. Weil Uropa Diabetiker war, hatte sie einen Trick, auf allem, was für ihn bestimmt war, Geschirr oder Eingewecktes, hatten sie einen dicken Farbklecks gemalt, den sie erfühlte. Ihre Hände waren vom vielen Arbeiten mit dicken Knoten gezeichnet und sie fasste daher immer in sehr heißes Abwaschwasser. Mich erstaunte immer wieder, wie sie das vertrug. Am Herd fühlte sie ebenfalls mit der Hand über die Flamme, ob sie an war, doch all das hielt sie nicht davon ab, ihrer gewohnten Hausarbeit nachzugehen.

Dieses lange gemeinsame Leben endete am 28. Oktober 1975, als Uropa nach einem Schlaganfall zu Hause verstarb. Uroma lebte danach im Luisenstift, ehe sie am 2. August 1983 für immer von uns ging. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits Ur-Ur-Großmutter.



Quellen: Privatarchiv
Wikipedia
1Neue Zeit, Mi. 8. August 1945, Jahrgang 1, Ausgabe 15, S. 3

Hermann Wilhelm Seifert Teil 2

Zumindest eine Hochzeit sollte noch gefeiert werden. Am 5. Oktober 1939 schritten mein Opa Fritz und meine Oma Irmgard in der Potsdamer Garnisonskirche zum Traualtar.

Die Hoffnung, das Uropa 1939 bereits 51 Jahre alt war und nicht mehr eingezogen werden würde, erfüllte sich nicht. So hatte Uroma nicht nur Bangen und Hoffen um die Söhne, sondern in einem zweiten Weltkrieg erneut um den Ehemann.

Am 3. Mai 1940 ordnete das Reichsluftfahrtministerium eine einheitliche und allgemeine Verdunkelung für ganz Deutschland zwischen Sonnenuntergang und -aufgang an. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juni 1940 gab es den ersten Fliegeralarm in Berlin mit einem Angriff auf ein Industriegebiet, am 25. August 1940 fielen Bomben auf Berlin. Der Krieg war bedrohlich nah. Es folgte am 13. Oktober 1940 eine Anordnung des Führers zur sofortigen Durchführung baulicher Luftschutzmaßnahmen. Durch die Bombardierungen wurden ganze Schulklassen wegen Luftkriegsgefahr geschlossen verlegt. Die Evakuierung (Kinderlandverschickung) von Kindern beginnt.

Potsdam wurde im Frühjahr 1941 zum Luftschutzort erster Ordnung und erhielt 15 Bunker für die Bevölkerung. Überall fanden sich nun Markierungen an den Häusern, wo der nächste Keller zu finden ist, um Schutz zu suchen. Der Alltag war geprägt von Verordnungen, Lebensmittelmarken und Sirenen-Luftschutzwarnungen, doch nach wie vor schienen die vom Führer versprochenen Geheimwaffen einen guten Ausgang herbei zu führen.

Als im Februar 1942 fünfzehnjährige Schüler der höheren Schulen als Luftwaffenhelfer für den Kriegsdienst rekrutiert wurde, wird langsam klar, der Endsieg ist nicht so sicher, wie der Führer glauben machen wollte. Doch alle Sorge galt nun „Irmi“, die meinen Urgroßeltern bald den ersten Enkel bescheren sollte.

Um die Eisenbahn umfassend für Kriegstransporte einzusetzen, wurden ab März für unbegründete Privatreisen mit dem Zug schwere Strafen angedroht, die wöchentliche Brot- und Fleischration wurden verringert, nun war es nicht so einfach, aufs Land zu fahren, nach Alt-Landsberg oder nach Kapsdorf.

Uroma musste nun auch jeden Tag zum „Kriegsdienst“, seit dem 20. April wurden die Frauen im Reich in die Rüstungsindustrie verpflichtet. Immer häufiger wurden Großstädte bombardiert, was Luise in große Sorge brachte, da Potsdam so nah an Berlin lag. Doch allen Umständen zum Trotz schrie im Sommer 1942 ein gesundes Kind in der Eisenhartschen Heilanstalt, Behlertstraße 10, der Welt entgegen, umsorgt von Mutter und zwei Großmüttern.

Im Herbst wurden Bucheckern gesammelt und zur Abgabestelle gebracht, da die Versorgung mit Öl gesichert werden musste, wieder ein Ersatz mehr, neben der „Lorke“ die sich Kaffee nannte.

In den Wochenschauen wurde im Winter 1942 nach wie vor vom Endsieg geredet, während vor Stalingrad über 230.000 Soldaten eingekesselt waren. Im Januar 1943 zogen sich die deutschen und italienischen Verbände in Nordafrika nach Tripolis zurück. Anfang Februar erfolgte die Kapitulation der Truppen vor Stalingrad und am 11. Februar begann die zwangsweise Rekrutierung der übrigen Fünfzehnjährigen als Luftwaffenhelfer. Auf Anweisung Hitlers vom 24. Februar sind Befehlsverweigerer der Wehrmacht „auf der Stelle zu erschießen“.

Im Potsdam bereitet man sich inzwischen auf die Ankunft des zweiten Enkels vor, der im Spätherbst das Licht der Welt erblicken sollte. Verwandtenbesuche waren allerdings nicht möglich, am 10. Dezember wurde privater Weihnachtsreiseverkehr im ganzen Reich verboten. So blieb es beim Schreiben, allerdings war zu beachten, ab 1. Januar 1944 wurden neue Postleitzahlen eingeführt.

Als am Muttertag die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink zum Muttertag die deutschen Frauen zu „Geburtshöchstleistungen“ auffordert, konnte „Irmi“ nur lachen, waren doch zwei Kinder innerhalb von 15 Monaten geboren worden, die es auch in diesen mageren Zeiten zu ernähren galt.

Dann kam der Sommer, Truppen der Alliierten landeten in der Normandie und Oberst Graf von Stauffenberg versuchte mittels Attentat am 20. Juli den Führer zu töten. Fast alle, die das Attentat mit vorbereitet hatten, wurden anschließend vom Volksgerichtshof verurteilt und hingerichtet, darunter auch eine Reihe von Offizieren des Potsdamer Infanterie-Regiments Nr. 9.

Langsam begann sich das Gefühl breit zu machen, es könnte alles anders kommen…. doch der Führer versprach eine neue Wunderwaffe, die „V2„. Am 25. September ordnete Hitler die Erfassung aller wehrfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren für den „Volkssturm“ an. Mein Uropa kam nach Frankreich, stand an der selben Front wie mein Opa Fritz.

Die Russen marschierten unaufhaltsam Richtung Deutschland, am 30. Januar 1945 torpedieren sie von einem U-Boot aus das deutsche KdF-Schiff „Wilhelm Gustloff“. In der Danziger Bucht starben tausende von Flüchtlingen, die sich aus Ostpreußen retten wollten. Trecks zogen Richtung Deutschland, auf der Flucht vor der heran rückenden Front. Überall sah man nun Flüchtlinge auf den Straßen.

Am 14. April 1945 gabe es um 19.30 Uhr mal wieder einen Voralarm, es waren seit Jahresanfang etwa 130 gewesen. Um 20.45 Uhr endete der Gottesdienst in der Garnisonkirche. Dann, um 22.15 Uhr Fliegeralarm! Viele Potsdamer gingen nicht mehr in die Luftschutzkeller, warum auch, bisher wurde die Stadt nicht angegriffen, weshalb dann in dieser Nacht?

Um 22.30 Uhr kreisten Flieger, nun wurde klar, die Lage war ernst. Um 22.39 Uhr standen die „Christbäume“, Leuchtbomben, am Himmel, um das Ziel zu markieren – die Innenstadt. Eine gezielte Vernichtung dessen, was man für die „Identität“ des preußischen Staates hielt.

Luftbild von Potsdam kurz nach dem Luftangriff durch die Royal Air Force am 14. April 19454

Dann kam der unfassbare Moment, die Bombardierung Potsdams begann um 22.40 Uhr. 490 schwere viermotorige Lancaster der britischen Royal Air Force luden 1700 Tonnen Sprengbomben, Minenbomben und Brandbomben über der Stadt ab. Über tausend Gebäude wurden in der Innenstadt zerstört, es starben 1593 Menschen, etwa 60.000 Menschen wurden obdachlos. Heftige Detonationen erschütterten den Stadtbahnhof, da ein Munitionszug „in die Luft flog“.

Ab 23.00 Uhr endet der Luftangriff, danach hörte man immer wieder die Detonationen der Zeitzünderbomben. Eine halbe Stunde später kamen die Menschen aus den Bunkern, Kellern und Häusern hervor. Sirenen zur Entwarnung gab es nicht mehr, sie waren zerstört.

Garnisonkirche5

In der Brandenburger Straße war das Warenhaus Karstadt zerstört, die Junkerstrasse ist die Parallelstraße, wo meine Urgroßeltern wohnten. Was meine Familie gerettet hatte, war der Umstand, das es sehr windig war in dieser Nacht und die Leuchtbomben in Richtung Ravensberge abgetrieben wurden. So ging die Hauptlast dort herunter. Bis heute ist die Stadt von diesem Angriff gezeichnet, immer wieder muss die Innenstadt abgesperrt werden, um Bomben zu räumen. Wir haben als Kinder nicht nur Belehrungen zum Thema Fundmunition in der Schule erhalten, sondern diese auch anwenden müssen. Bei einem „Pioniermanöver“ in den Ravensbergen fanden wir eine dieser Fliegerbomben, einen Blindgänger, der gesichert wurde und später von Sprengmeistern gesprengt. Das es ständig Sprengungen von Abrisshäusern gab, wir in den Ruinen der Nebenstraßen spielten, war für uns ein ganz normaler Alltag. Und selbst heute, über 70 Jahre nach Kriegsende, tragen viele Häuser noch immer die Narben des Krieges.

Durch den Feuersturm sprang das Feuer auf die scheinbar intakt gebliebene Garnisonkirche über. Während sich das Feuer durch das Gebälk fraß, gelang es, einige Gegenstände, wie Kruzifix, Leuchter und Altartisch in Sicherheit zu bringen, ehe ein Blindgänger von der enormen Hitze ausgelöst, im Kirchenschiff explodierte. Auch die einzelnen Glocken des Glockenspiels begannen sich zu lösen und stürzten fast 80 Meter in die Tiefe.

Dieses Glockenspiel galt als eines der schönsten in Europa. Die „Singeuhr“ spielte fast 150 Jahre lang zu jeder halben Stunde „Üb’ immer treu und Redlichkeit“, zu jeder vollen Stunde ertönte der Choral „Lobe den Herren“. Nun lag es zerborsten und geschmolzen am Boden. Aus diesen Trümmern retteten meine Urgroßeltern eine kleine Glocke, die fortan als Andenken in der Familie aufbewahrt wurde. Am Samstag, den 8. Juni 2014 um 18 Uhr war es soweit, im Pfingstgottesdienst konnte Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst die Glocke willkommen heißen. Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist bereits in der Planung.

Potsdam- Ruinen6

Es dauerte nur noch wenige Tage, dann erfolgte die Kapitulation des tausendjährigen Reiches. Für Uropa und Sohn Fritz endete der Krieg in Frankreich, für Sohn Heinz in Berlin, dort war er als Flakkommandant zum Zoobunker abkommandiert worden.

Potsdam wurde noch einmal Zentrum der Geschichte, als das „Potsdamer Abkommen“ am 2. August 1945 Deutschland den Alliierten unterstellte, Reparationen festlegte, die Behandlung der Kriegsverbrechen festlegte und neue Grenzen fest schrieb.

Diese Festlegungen sorgten für weitere Vertreibung und Umsiedlung, Fluchtwellen und bildete die Grundlage einer Teilung Deutschlands in zwei Staaten. Da sich die Sowjetische Besatzungszone politisch gänzlich anders entwickeln sollte, wurde unsere Familie getrennt, meine Urgroßeltern blieben mit Sohn Fritz und dessen Familie in Potsdam, während Sohn Heinz im „Westen“ eine Familie gründete.

Fortsetzung


Quellen: Privatarchiv
Wikipedia

4This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.
5Wikimedia: Garnisonkirche, April 1945, Die Ruhestätte Friedrich des Großen: von englischen Luftpiraten zerstört. Bei einem Terrorangriff der englischen Luftgangster auf die Reichshauptstadt in der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 wurde auch die historische Garnison-Kirche in Potsdam, die letzte Ruhestätte Friedrich des Großen, restlos zerstört. UBz: Die Aussenansicht der vollständig ausgebrannten Garnison-Kirche. Fot. Hoffmann17.4.45 [Herausgabedatum] Zentralbild 17.4.1945; Text, siehe oben. Ausnahme Friedrich des Großen ersetzt durch Friedrich IIBundesarchiv, Bild 183-J31422 / CC-BY-SA 3.0
6Wikimedia: Potsdamer Ruinen, Bundesarchiv, Bild 170-422 / Max Baur / CC-BY-SA 3.0

Hermann Wilhelm Seifert Teil 1

Am 7. Juni 1913 heiratete Uropa Wilhelm in Altlandsberg Anna Marie Luise Paul. Uroma wurde dort am 28. Februar 1893 geboren.

Von Beruf war sie in jungen Jahren Weißstickerin der Kaiserin Auguste Victoria.

Die Weißstickerei, beschränkt sich auf Verzierung der Wäsche und des Tischzeugs in Leinwand oder Baumwolle. In der so genannten französischen oder hugenottischen Weißstickerei herrscht mehr der Plattstich, in der englischen (der durchbrochenen Arbeit) der Bindlochstich vor; doch kommen bei beiden noch der Languettenstich und verschiedene Phantasiestiche zur Anwendung. Die venezianische Weißstickerei, bei der stellenweise der Grund nach der Arbeit entfernt wird, so dass die durchbrochenen Stellen durch feine Fadenverschlingungen gefüllt werden, streift schon nahe an die Spitzennäherei.

Sie beherrschte das Sticken und Nähen außerordentlich gut, was ihre Wäsche zu Hause bewies, dort gab es auch sehr schöne Gobelins, sie hatte unter anderem zahlreiche Kissenplatten mit diesen Millimeter großen Stichen bestickt, die Geduld dafür habe ich immer sehr bewundert.

Das junge Ehepaar zog in die Junkerstrasse 54 in Potsdam, hier kamen mein Opa Fritz und dessen Bruder Heinz zur Welt.

Leider war ihre Freude an der jungen Ehe schnell getrübt, da der Krieg über sie herein brach. Wie es meinen Urgroßmüttern und ihren Kindern erging, kann man sich vielleicht besser vorstellen, wenn man sich meine Ausführungen über den Steckrübenwinter 1916/1917 in Erinnerung ruft.

Zu dem Foto der beiden Söhne erzählte meine Mutter mir folgende Familiengeschichte:

„Sie sind im Sommer immer für 4-5 Wochen nach Kapsdorf in ihre schlesische Heimat gefahren. Ur-Opa hatte dort noch 4 oder 5 Geschwister, die dort ihr Land hatten und Bäcker oder auch Fleischer waren. Die Ur-Oma fuhr also mit den beiden Jungs, mit dem Zug vom Schlesischen Bahnhof ab. Sie mußten früh aufstehen, da war es noch dunkel und später im Zug, als es hell war, sah sie, dass Opa in seinem Anzug wie in einer Presswurst saß und Onkel Heinz in seinem fast ertrank. Im Dunkeln hatten sie die Anzüge vertauscht !

Ur-Oma, sie hatten damals auch nicht viel Geld, fuhr mit den Jungs von einer Verwandtschaft zur anderen, und nähte und flickte und besserte Wäsche und Kleidung bei ihnen aus. Die Kinder erholten sich, bekamen frische gute Sachen zu essen, denn alle hatten Landwirtschaft und Viehzeug. Sie lernten so ihre Cousins und Cousinen kennen, Onkel u. Tanten und lernten auch gleich, wo die Kälbchen, Ferkel und Küken her kommen. Sie hatten den Stadtkindern so Einiges voraus ! Wenn Ur-Oma in den 4 Wochen so fast alle besucht hatte, kam Ur-Opa für die letzten 14 Tage und holte sie ab. Im Gepäck dann schöne Dinge, wie frische Eier, Speck und Wurst, selbst gebackenes Brot und Geschlachtetes, das dann noch eine Weile an die schönen Ferien in Schlesien erinnerten. Noch eine Anekdote aus dieser Ferienzeit: Opa und Onkel Heinz liefen dort, wie die Dorfkinder, natürlich barfuß. Opa war in einen Kuhfladen getreten, die „Schiete“ quoll durch die Zehen und Opa sagte zu Onkel Ernst, dass er in „Muh-AA“getreten ist, der sagte: „Was, „Muh-AA“ ? Kuh-Scheiße ist das!!!“ Wir haben mit Opa alle gelacht, es war immer nett, wenn wir von „Alten Zeiten“ gesprochen haben.“

Kaum war der Krieg zu Ende, kehrte Uropa an seinen angestammten Arbeitsplatz zurück. Arbeit gab es genug, jedoch gelang es zunächst in keinster Weise, wirtschaftlich voran zu kommen. Deutschland hatte als Folge des Krieges Reparationen zu leisten, das Geld verlor von Tag zu Tag mehr an Wert, die Kaufkraft schwand dahin. Am 15. Juli 1920 erhielt man in Potsdam einen 50 Pfennig Gutschein als Notgeld. Eine neue Auflage vom 28. November 1921 war mit verschiedenen Soldatenmotiven sehr ansehnlich, aber faktisch wertlos.

Politisch gärt es gewaltig im Staat. Bereits am 13. März 1920 versuchten rechtsgerichtete Militärs durch einen Putsch in Berlin die Regierung zu übernehmen und die Weimarer Republik zu stürzen. Weitere Unruhen fanden 1921 statt, am 24. Juni 1922 wurde der Reichsaußenminister Walter Rathenau durch einen Attentäter im Grunewald erschossen. Schließlich marschierten am 11. Januar 1923 französische und belgische Truppen in das Ruhrgebiet ein, da sich die Reparationszahlung geringfügig verzögert hatte. Die Reichsregierung proklamierte den „passiven Widerstand“, der folgende Generalstreik lähmte die Wirtschaft. Nun geriet die Inflation völlig außer Kontrolle, im November 1923 zahlte man 4,2 Billionen Deutsche Papier-Reichsmark für einen US-Dollar. Im Dezember 1918 erhielt man diesen noch für 7 RM!!

Der 100 Millionen Schein wurde nicht einmal mehr auf der Rückseite bedruckt, da man mit der Gelddruckerei gar nicht mehr hinterher kam. Oma erzählte dazu immer, wie sie als Kind einen Millionenschein fand und dachte, nun sei sie reich. Voller Freude lief sie zum Krämer und war schwer enttäuscht, als es dafür nur einen Schokoladenmaikäfer gab.

Sie erzählte aber auch, wie die Frauen zum Fabriktor liefen, um freitags dem Wochenlohn ihrer Männer in Empfang zu nehmen und eiligst einzukaufen, da man am Montag für das Geld schon nichts mehr bekam. Ein 1000g Brot kostete zuletzt 428 Milliarden Mark in Berlin.

Die Inflation bedeutete für Uropa ebenfalls einen Verlust ganz anderer Art. Ihm sollte sein Erbteil ausgezahlt werden, er hatte die Wahl, ob er Geld möchte oder Immobilienbesitz in Schlesien. Seine Brüder hatten dort alle vom Vater ein Haus mit Grund und Boden erhalten, in dem sie ihr Handwerk ausübten. Uropa hatte sich dagegen entschieden und meinte, seine Entscheidung sollte uns eine Lehre sein, Land bleibt, Geld ist „futsch“, seines reichte noch, um sich einen Mantel dafür zu kaufen.

Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung Berlin2

Um der Verelendung Einhalt zu gebieten und eine erneute Hungersnot abzuwenden, wurde Ende 1923 eine Währungsreform durchgeführt. Eine Billion Mark wurde in eine Rentenmark getauscht und sorgte dafür, dass sich das Leben ab 1924 wieder normalisierte.

Eine neue Sorge bahnte sich für meine Urgroßeltern im Winter 1926/1927 an, als ein Hochwasser die Pegelstände von Nuthe und Havel bedrohlich steigen ließ. Die Wiesen zwischen Horstweg und Schlaatz standen ebenso unter Wasser, wie der Park von Sanssouci und die Bahnlinie im Wildpark. Da weite Teile Potsdams auf einem sumpfigen Untergrund erbaut wurden, stieg das Wasser in den Kellern und flutete das Heizmaterial ebenso, wie das Eingeweckte. Dazu erzählte meine Grundschullehrerin einst, wie sie als Kind in der Zinkwanne im Keller der Großeltern zum Regal mit dem Eingeweckten paddelte. So lustig es sich anhörte, so gefährlich war das für die Gesundheit der Stadtbewohner. Nässe und Kälte bringt Erkrankungen mit sich, Typhus war Potsdamern nicht unbekannt, doch nun brach mit dem Beginn des Jahres 1927 eine erneute Grippe-Epidemie aus.

Trotz allem, innerhalb kürzester Zeit änderte sich das Leben, man ging zu Sportveranstaltungen, saß am Rundfunkgerät, legte Schallplatten auf und ging tanzen. Die „Goldenen Zwanziger“ wurden für viele zum „Tanz auf dem Vulkan“, am 24. Oktober 1929 kam es zum Börsencrash in New York, dieser läutete die Weltwirtschaftskrise ein.

Die Folge war auch in Deutschland zu spüren, Anfang 1931 waren bereits fünf Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Der Deutsche war schon damals ein Protestwähler und machte bei den Reichstagswahlen am 31. Juli 1932 wutentbrannt sein Kreuz bei der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), 37% der Stimmen entfielen auf einen wortgewaltigen Mann, der ein neuer „Heilsbringer“ sein sollte. Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler wurde nicht nur das Ende der Weimarer Republik am 30. Januar 1933 besiegelt, aber das ahnte noch keiner.

Uropa und Uroma wohnten inzwischen längst in der Junkerstrasse (Gutenbergstraße) 89. Zu ihrer Wohnung gehörten die beiden Fenster unten rechts vom Eingang des gelben Hauses. Hier lag ihr Wohnzimmer, nach hinten hinaus das Schlafzimmer. Über den Flur ging es in die Küche und ein kleines Zimmer, in dem Opa und sein Bruder schliefen. Auch Schlafgäste, wie man das damals nannte, wenn man Betten vermietete als kleine Nebeneinnahme.

Hinter dem Haus war ihr Garten und Uropa´s Schuppen. Dort hatte er eine kleine Werkstatt mit allerlei Sattlermaschinen. Im Garten wurde sogar Tabak angebaut und nach der Ernte getrocknet, um die Pfeife zu stopfen oder eine Zigarre zu drehen.

Mit in den Garten zu gehen, bedeutete, die Werkstatt zu besuchen, für mich immer etwas besonderes, vor allem, weil ich mir dann einen Ball aussuchen durfte. Davon stand ein ganzer Sack in der Ecke, über Jahre gesammelt im Garten von all den Kindern, welche ihm ihre Bälle über die Mauer schossen und sie nicht mehr abholten. Uropa hatte es aufgegeben, sie aus seinen Beeten zu sammeln und zurück zu werfen, sie lagen alsbald wieder da – zu meiner Freude.

Als Kind bewunderte ich Uroma´s mannshohe Staude. Die straffen grünen Pflanzen mit ihren wunderbaren satt gelben Blütenbällen, auf welchen sich viele Insekten nieder ließen, pflanzte ich als Ableger in meinen Garten, viele Teilungen und Umzüge hat sie inzwischen überlebt.

Doch zurück zur Geschichte, am 7. April 1933 wurde ein „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ erlassen, Zweck war der Nachweis der „arischen“ Abstammung, Beamte und öffentliche Angestellte mussten, um weiterhin im Dienst bleiben zu können, ihre Eltern und Großeltern belegen. Hier war Sohn Fritz, mein Opa, betroffen, da er im Januar 1934 Schutzpolizist wurde.

Bald darauf waren Ärzte und Rechtsanwälte genötigt, am 15. September 1935 wurden alle Bürger mit den Nürnberger Gesetzen gezwungen, einen Ariernachweis zu führen, daher wurde eine „Reichsstelle für Sippenforschung“ (Reichssippenamt) gegründet. So kam es zu einer regen Ahnenforschung, von der ich erheblich profitiert habe, da alle Verwandten angeschrieben wurden, um die Familiendaten zu erfassen. Viele dieser Dokumente sind uns erhalten geblieben.

Potsdam- Wilhelmsplatz, Synagoge ganz links3

Während beide Söhne inzwischen bei der Luftwaffe waren und der Arbeitsalltag seinen Lauf nahm, zog eine schwarze Gewitterfront über Deutschland auf, nicht nur die Verdrängung der jüdischen Bevölkerung per „Ahnenpass“ aus dem öffentlichen Laben wurde tatenlos mitangesehen, am 1. Oktober 1938 zog eine deutsche „Schutztruppe“ für die Deutsche Minderheit in die Tschechoslowakei ein und half bei der Errichtung des „Protektorats“. Am 9. November 1938, währen der „Reichskristallnacht„, wurde die Potsdamer Synagoge zerstört und geplündert, ebenso jüdische Geschäfte, der jüdischen Friedhof. Menschen wurden geschlagen, vertrieben, verhaftet – jüdische Menschen.

Später, als dieser Platz „Platz der Einheit“ hieß, stand ich öfter im Durchgang neben der Hauptpost. Man gelangte von hier zu den Häusern und einer Grasfläche, an der Wand zur Post war eine Tafel eingelassen – „An dieser Stelle stand die Synagoge der jüdischen Gemeinde Potsdams. In der Nacht vom 9. zum 10. Nov. 1938 wurde sie von den Faschisten ausgeplündert und zerstört.“

Natürlich hörte man im Unterricht einiges, aber ich hatte beim Anblick dieser Tafel immer die Vorstellung von lauter bunten Glasbruchstücken, die auf dem Boden lagen, da ich mir vorstellte, die Fenster waren, wie in den anderen Kirchen, bunt verglast. Alleine diese Vorstellung erschien mir als ungeheurer Frevel. Die freie Grasfläche im Innenhof hatten die Potsdamer beim Wiederaufbau ihrer Stadt nach dem Krieg angelegt, um der jüdischen Gemeinde einen Platz für den Neuaufbau zu schaffen.

Nach diesem „Auftakt“ wurde im März 1939 die restliche Tschechoslowakei „kampflos“ besetzt, das Memelland per Vertrag wieder an Deutschland angegliedert und Hitlers 50. Geburtstag im Reich gefeiert. Nach Bekanntgabe eines Abkommens mit der Sowjetunion im August erklärt Hitler den Oberbefehlshabern der Wehrmacht, dass der Krieg gegen Polen unmittelbar bevorstehe, gleichzeitig unterzeichneten die Außenminister von Ribbentrop und Molotow in Moskau einen deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, der in einem Geheimen Zusatzabkommen die Interessengebiete in Osteuropa aufteilte.

Uroma und Uropa hatten am 7. Juni 1938 Silberhochzeit feiern können, zwei Söhne in der Luftwaffe, Fritz hatte bereits seine Braut „Irmi“ ins Haus gebracht, doch mit dem Überfall auf Polen durch die Beschießung von polnischen Munitionslagern auf der Westerplatte bei Danzig begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg.

Fortsetzung


Quellen: Privatarchiv
Wikipedia

2Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung Berlin vom 25. November 1923, S. 2
3Potsdamer Synagoge am Wilhelmplatz, ganz links, neben den Hauptpostgebäude, 1945; Wikimedia: Von Bundesarchiv, Bild 170-295 / Max Baur / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de

Hermann Wilhelm Seifert

Mein Urgroßvater Hermann Wilhelm Seifert kam am 9. September 1888 in Kapsdorf (Czernczyce), Kreis Schweidnitz zu Welt und erlernte den Beruf eines Sattlers. Seine Brüder wurden Metzger, Bäcker und Bauer.

Warum er sich im Jahre 1907 nach Berlin aufmachte, um dort eine Anstellung zu finden, ehe er in der Potsdamer des Gardes du Corps Kaserne ebenfalls als Sattler tätig war, ist nicht wirklich sicher. Vielleicht, weil er sich hier ein besseres Auskommen versprach, vielleicht hatte er auch ein bisschen Fernweh und wollte mehr von der Welt sehen. Möglicherweise hatten Erzählungen der Familie ihn für die Gegend interessiert, da bereits ein Bruder seines Großvaters mütterlicherseits in jungen Jahren nach Fürstenwalde an die Spree kam, um Brauer zu werden. Leider wurde er nur 19 Jahre alt, da er in den Braukessel stürzte und an den Folgen der Verbrühung starb.

Möglich ist aber auch, dass er durch den Militärdienst nach Berlin gelangte und daher in der Kaserne als Sattler blieb.

Kaiserpaar1

Seinen Militärdienst leistete er laut Familienerinnerungen als Kürrassier des Gardes du Corps, Inhaber des Regiments waren Seine Majestät der Kaiser und König Wilhelm II., Berlin, Garde-Kavallerie-Division Berlin, 1. Garde-Kavallerie-Brigade Berlin, Garnison Potsdam.

Parade am Stadtschloss, Potsdam 1910

Die Kürassiere trugen bei der Parade natürlich eine Uniform, die nicht im Felde zum Einsatz kam. Um 1894 sah ihre Uniformteile so aus, wie dargestellt. Als einziges Kürassierregiment hatte das GdC zwei Sätze von Kürassen. Neben den blank polierten, hatte jeder Kürassier noch einen zweiteiligen (Brust- und Rückenstück) schwarzen Kürass. Die schwarzen Kürasse, siehe Reiterbild, hatte der russische Zar dem Regiment 1814 als Zeichen der Freundschaft und Bündnistreue zum Geschenk gemacht.

Nach Familienerzählungen besaß dieser Kürass noch einen Kugelschuss, sichtbar als Vertiefung, um die Schussfestigkeit zu prüfen.

Bereits am 4. April 1911 nahm er seine Arbeit als selbständiger erster Sattler in der Wagenfabrik Kesslau auf und feierte hier am 4. April 1956 sein 45. Betriebsjubiläum.

Die Wagenfabrik des Gustav Kesslau wurde bereits 1860 gegründet und hatte ihren Sitz in der Elisabethstraße 20, später Charlottenstrasse 61 in Potsdam. Sie war weit über die Grenzen Deutschlands hinweg für ihre Pferdewagen, Kutschen, von Pferden gezogenen Omnibusse, Krankenwagen und Pferdeschlitten bekannt.

So inserierte man auch in der Ostafrikanischen Zeitung.

Menelik II.

Als Sattler hatte Uropa in einige Kundschaft, zu der auch echte Berühmtheiten zählten. So durfte er eine Kalesche bauen für Menelik II. Kaiser von Äthiopien.

Deutschland eng verbunden, fuhr Menelik II. übrigens auch einen Double-Phaeton 35 HP, den er 1908 von dem deutschen Geschäftsmann Arnold Holtz als Geschenk erhielt.

Zu dem Geschäftsfeld der Wagenfabrik gehörten natürlich auch Ausstattungen der Kraftfahrzeuge, u.a. der Phaeton, die als Karosserie geliefert, von ihnen aufgebaut wurden.

Einen kleinen Überblick bieten Kataloge der Firma aus unserem Familienarchiv. hier und hier

Die Jagdleidenschaft Hermann Görings, dessen Waldhof „Carinhall“ in der Schorfheide ganz in Potsdamer Nähe lag, fanden mit dem Jagdwagen, welcher von meinem Urgroßvater gebaut wurde, sogar Erwähnung in der Historie. Selbst in den Erinnerungen von Zeitzeugen, gesammelt vom Deutschen Museum für Geschichte in Berlin, findet er sich wieder, mit der Erinnerung an dessen Füchse, aber auch die Ponys der Kinder, welche vorgespannt wurden.

Die Zeiten änderten sich und mit ihnen auch die Kundschaft, so fertigte er für den russischen Stadtkommandanten von Potsdam, Oberst Andrej Werin eine Kalesche, welche mit rotem Leder ausgeschlagen war.

Als Kalesche wurde ein leichter, offener Wagen bezeichnet, welcher ursprünglich mit einem einzelnen Pferd bespannt, später auch zwei- und vierspännig gefahren wurde, wie man auf neben stehendem Bild sehen kann.

Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 102-17986
Schorfheide, Lord Edward Frederik Halifax, Hermann Göring2
Quelle: Wikipedia – © Janez Novak Kalesche3

Nach 1945 gelang der Wagenfabrik der Sprung in die Moderne durch ihre Karosseriebau-Tradition. Es wurden IFA-Karosserien repariert und Karosserien des  Schienentrabis gebaut. Der Schienentrabi Typ 1 war ein Gleiskraftrad (GKR ) und wurde Ende der fünziger Jahre als Kontrollfahrzeug entwickelt, das auf Schienen zum Einsatz kam. Die Verwendung war unter anderem bei den Bahnmeistereien. Der Name Schienentrabi kam durch die Verwendung des Trabant P50 als Basis des Antriebs, die technische Entwicklung wurde im VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ Babelsberg, Außenstelle Berlin-Adlershof vorgenommen. Die Karosserien eines etwas weiter entwickelte Typs wurden bei Kesslau zwischen 1962 und 1965 gefertigt.4

Fortsetzung


Quellen: Privatarchiv
Wikipedia
1Wikimedia: Kaiserpaar; Empress Auguste Viktoria (1858-1921) and emperor Wilhem II (1859-1941) of Germany. Postcard from circa 1910 in the collection of Fredrik Tersmeden (Lund, Sweden). Photographer: Th. Voigt, Homburg; public domain
2Wikimedia: Schorfheide, Lord Edward Frederik Halifax, Hermann Göring; 20. November 1937; Aktuelle-Bilder-Centrale, Georg Pahl (Bild 102); Bundesarchiv Bild 102-17986; CC-BY-SA 3.0
3Wikimedia, Kalesche; Foto: Janez Novak; Castle Podstreda; CC BY-SA 3.0;Erstellt: 22. September 2007
4Geschichte des Gleiskraftrad Typ 1

Friedland Teil 3

Ohne zu zögern, machte sie sich auf den Weg, sie nahm die alte Treppe hinter den Häusern. Als ihre Hände wie früher nach dem Geländer griffen, fanden die Füße ganz von allein den Weg über die ausgetretenen Stufen. Sie war in diesem Moment wieder sechs Jahre alt, das spürte sie genau.

street view1

Bald hatte sie die Schule erreicht, sie war im Gegensatz zu den tristen Wohnhäusern renoviert. Ansonsten machte dieser Teil Friedlands auf sie den Eindruck, als hätten die Menschen seit Kriegsende nicht den Mut gefasst, irgendetwas als ihren Besitz anzunehmen und entsprechend zu sanieren. Sie schienen eher auf die alten Besitzer zu warten, die kommen würden, um den ehemaligen Besitz zurückzufordern und dann wäre es gut gewesen, keinen Zloty zu investieren.

street view2

Bevor sie sich auf den Weg zurück zum Taxi machen wollte – der gutmütige Fahrer hatte auf sie gewartet, um sie dann zurück in ihr Kurhotel zu bringen – wollte sie nur noch schnell ihren alten Kindergarten besuchen.

Auch hier war sie gern gewesen. Der Blick, den sie durch den Zaun erhaschte, stimmte sie froh, alles frisch gestrichen und fröhliches Kinderlachen, ganz so wie damals. Gut haben sie es gemacht, die Polen, sie investieren in ihre Kinder – in die Zukunft.

Hurtig eilte sie zum Marktplatz zurück. Länger musste er nicht dauern, dieser Besuch in der alten Heimat. Aufregend war er, lange konnte sie sich nicht beruhigen, vielleicht zu aufregend? Doch je weiter sie sich von Friedland entfernte, desto sicherer war sie sich, hierher würde sie nicht zurückkehren, zu schmerzlich waren die Eindrücke, die auf sie eingestürmt waren. Nur gut, dass ihr Mann es nicht mehr erlebt hatte, die Rückkehr in die Heimat. Er hatte diesen Plan immer, wie wäre es ihm ergangen, wo doch alles zerstört war in Paris, Bessarabien? Sie konnte immerhin alle Häuser noch einmal sehen, doch was war dort vom einstigen Stolz geblieben? So tröstete sie sich während der Fahrt mit dem Gedanken, dass es manchmal gut ist, wie es ist.


1Ansicht von street view googlemap Sep. 2013; Nutzungsbedingungen

2Ansicht von street view googlemap Sep. 2013; Nutzungsbedingungen

Friedland Teil 2

Da war sie also, die Hausnummer 4. Es hatte sich niemand um sie gekümmert, seit sie ihre Heimat verlassen mussten. Die Lampe verlor sie bereits im Krieg, es gab keine neue damals und es hatte scheinbar niemand einen Sinn darin gesehen, in all den Jahrzehnten danach eine neue einzusetzen.

Es ist schon merkwürdig, dachte sie, an was man so denkt, dabei ist es doch vollkommen belanglos…

Viel wichtiger war die Frage, was sie nun tun sollte – einfach klingeln – und dann? Ihr Herz raste, die Beine wollten versagen, doch dann fasste sie den Mut und ging auf die Tür zu, sie stand offen, also ging sie hinein und sog den Geruch des alten Gemäuers in sich auf.

An ihrer Wohnungstür machte sie halt, das Glas der Scheibe war lange zerborsten und mit einem Stück „Karnickeldraht“ ersetzt worden. So konnte sie in den Flur sehen. Dort stand, wie damals, in ihrer Kindheit, der Brotschrank, in dem die Großmutter Lebensmittel lagerte. Eine Flut von Gefühlen überwältigte sie, was, wenn das Eingeweckte der Großmutter ebenso unberührt die Zeiten im Keller überdauert hätte? Sie hatte im Sommer noch die reichlich gesammelten Blaubeeren eingeweckt. In diesem Moment wusste sie, sie konnte an dieser Tür nicht klingeln, sie hätte den Anblick des Vertrauten nicht ertragen.

Sie verließ das Haus und wollte nur noch eines, in den Garten.

Hinter dem Haus erwartete sie der gleiche verwahrloste Anblick, der sie nun nicht mehr enttäuschen konnte. Das vernagelte Fenster war schon im Krieg vernagelt, scheinbar war nur das Holz erneuert worden, offenbar war das billiger als ein neues Fenster gewesen. Der ausgetretene Weg führte zum Garten, seine Mauer war seit dem Krieg eingestürzt, inzwischen vollkommen überwuchert, niemand mochte sich die Mühe machen, daran etwas zu ändern.

So sah er also aus, der Spielplatz ihrer Kindheit. Sie holte tief Luft. Zumindest die Schuhmacherwerkstatt war saniert und erstrahlte in frischem Kaminrot. Auch der kleine Garten war noch vorhanden, ein Lichtblick in all dem Grau.

street view1

Hier machte sie ihre ersten Schritte, traf sich mit ihrer Freundin aus dem Kindergarten. Reinhold krähte fröhlich, wenn sie mit ihm fangen spielten und verstecken. Hier wurde ihre Einschulung gefeiert und man genoss die Sonne nach einem langen Arbeitstag.

Und wieder fühlte sie, wie die langsam verblassenden Erinnerungen Farbe annahmen, die Zeit schien verflogen und sie war wieder als Kind im Garten vor ihrem Elternhaus.​

Sie erinnerte sich noch genau, das Kleid zur Einschulung hatte die Mutter selbst genäht, die Schuhe ordentlich geputzt, so wie es sich für die Tochter eines Schuhmachermeisters gebührt.

Aber adrett waren sie immer gekleidet – sie und Reinhold. Waren sie doch der ganze Stolz der Familie.

Nun wusste sie, einen Weg würde sie noch einmal gehen  – den zur Schule. Weit war es ja nicht, nur wenige Minuten von hier.  Und auch ihn würde sie gleich finden, da war sie sich sicher. An der alten Färberei und Reinigung vorbei, den Weg entlang über die kleine Brücke. Dann Augen auf, so wie es ihr Mutter und Großmutter immer mit auf den Weg gegeben hatten und schnell über die breite Straße, dann wäre die Schule erreicht.

Fortsetzung


1Ansicht von street view googlemap Sep. 2013; Nutzungsbedingungen

Friedland in Schlesien (Mieroszów)

Ach Tantchen, erzähl doch mal von Friedland….

Nun sitze ich hier mit einer Tasche voller Erinnerungen. Ich wusste nicht, was mich beim Öffnen erwarten würde. Stück für Stück entnahm ich ihr ein Foto, ein sorgsam gefaltetes Blatt und begann mit jedem Fundstück weiter in meine eigenen Erinnerungen zurückzuwandern.

Vor ein paar Jahren saßen wir bei Kaffee und Kuchen und tauchten in die Geschichte einer Heimfahrt ein, die wir zuvor intensiv vorbereitet hatten.

Wie es manchmal der Zufall will, sollte die Reise in ein Kurhotel gehen und die Entfernung nach Friedland schien mit einer Taxifahrt überbrückbar zu sein. So wurden Stadtpläne gesucht, vor allem aus der Zeit vor dem Krieg, denn man musste sich zurechtfinden können. Das Internet sollte Auskunft geben, was einen erwarten könnte. Alles wurde gründlich studiert und die eigenen Grenzen diskutiert. Wie würde es sein, so viele Jahrzehnte nach dem Krieg? Würden einen die Erinnerungen überwältigen, kann die Gesundheit verkraften, was man vorfinden wird?

Am Ende siegte die Neugierde über alle Ängste, es musste einfach sein, wenn nicht jetzt – wann dann???

Bereits einmal waren Angehörige in der alten Heimat gewesen, das mochte bald drei Jahrzehnte her sein, sie hatten jedoch nicht die Erinnerungen, die ein Mensch hat, der dort geboren wurde, den Kindergarten besuchte, in die Schule kam.

Die Fotos, die sie machten, waren jedoch bereits ein herber Schlag. Das geliebte Vaterhaus, wie sah es nur aus! Was war aus dem Heim der Großeltern geworden! Hinter dem Haus lag der Garten, hier wurde der Sommer verbracht, die Mutter hegte und pflegte ihn, ein wunderbarer Platz zum Spielen mit der Freundin und dem Bruder.

Genau gegenüber lag Vaters Schuhmachergeschäft, auch hier wurde neben der harten Arbeit viel gescherzt und gelacht. Mutter fotografierte gern und so blieb manche Erinnerung auch fotografisch für die Nachwelt erhalten.

Da stehen sie beide, Vater in der Lederschürze, Mutter neben ihm.

Sie erzählte gern, wie sie dem Vater einen Streich spielte. Die Männer schliefen nach der harten Arbeit und dem Feierabendbier, das sie manchmal tranken, tief und fest ein. So fest, dass man sie nicht wecken konnte. Natürlich wollten sie das nicht glauben. So stellte sie eines Tages ihre Fotoausrüstung auf, spannte Laken und Tücher, damit das Licht des Magnesiumblitzes auch wirklich die Schlafenden beleuchtete, da es ja spät am Abend war und dunkel in der Werkstatt.

Das Bild entwickelte sich danach und präsentierte es den vollkommen überraschten Männern.

Mit diesen Erinnerungen fuhr sie nun Friedland entgegen. Wo sollte sie aussteigen? Der polnische Taxifahrer war überaus freundlich. Sollte er sie bis vor die Tür fahren? Nein, sie entschied sich anders, nur bis zum Marktplatz, von dort wollte sie laufen. Sie wollte mit ihren Gedanken allein sein und die Knie würden schon durchhalten, ihretwegen war die Kur. Die Jahre der Arbeit auf der Neubauernstelle hatten ihre Spuren hinterlassen. Neben ihrem Beruf als Hauptbuchhalterin der LPG hatte sie ihrem Mann immer geholfen, das Vieh zu versorgen und den Acker zu bearbeiten. Fünf Kinder hat sie ihm geboren und jetzt, da sie schon seit Jahren verwitwet war, musste sie diesen Gang allein gehen. Nur für sich.

Sie hatte sich entschieden, bis zum Marktplatz sollte er sie bringen. Hier, vom Ring aus, waren es nur wenige Minuten zum Brauberg. Vor Jahren wurden von dem Besuch Fotos mitgebracht. Viel schien sich nicht verändert zu haben.

Sie erinnerte sich noch genau, wie sie als Kind durch die Laubengänge hüpfte. Hinter den Schaufenstern gab es viel zu sehen, so manches Mal drückte sie sich die Nase an den Scheiben platt. Doch eines Tages war auf einmal alles anders, Scheiben waren vernagelt und sie gruselte sich ein wenig vor ihnen, sie wirkten wie tote Augen in den dunklen Gängen.

Viele Geschäfte waren nicht mehr geöffnet, aber es gab auch nicht mehr viel einzukaufen in Friedland, der Krieg war inzwischen ausgebrochen, doch was wusste sie schon davon … als Kind ….

Ihre Schritte beschleunigten sich, der Stadtplan lag vergessen in der Handtasche. Hier entlang ging es heim, diese Straße kannte sie genau. An deren Ende würde sie zu Hause sein.

street view4

Die Mutter hatte sie hier mit ihrem Bruder Reinhold fotografiert. Was hatten sie für Spaß im Schnee, und den gab es reichlich, damals…

Während ihre Schritte immer schneller wurde, vergaß sie ihr Alter, was eben noch blass in der Vergangenheit lag, begann an Farbe zu gewinnen und kehrte nun mit Macht zurück.


1Ansichtskarte von zeno.org  public domain
2Ansichtskarte von zeno.org public domain
3Ansichtskarte von zeno.org public domain
4Ansicht von street view googlemap Sep. 2013; Nutzungsbedingungen

Deutsche Kolonisten

Diese Seite verwendet Cookies und Google Analytics, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung