Beim Rechamacha zugeguckt

Mein Dank gilt Frau A. Relin für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung. In Erinnerung an alle Einwohner von Blumendorf.


In tiefer Dankbarkeit dem Verfasser Heinz Hornig aus Ludwigsdorf (Chrośnica)/Rsgb. gegenüber, der uns einen Einblick in Handwerk und Mundart gibt:


Beim Rechamacha zugeguckt


Kindheitserinnerungen von Heinz Hornig aus der Bratmiehl (Ludwigsdorf/Rsgb.)


Var kennt a nee, insern ala Hulzrecha? Oaber wie asu vieles heutzutage is ar au aus der Mode gekumma. Vu ieberoall wurde ar doch gebraucht: eim Goarta, ims Haus rim an uff’m Felde, oaber hauptsächlich halt uff der Wiese beim Heemacha.
An doas schienste woar, ar wurde ju uff viela Stella ei insern Gebirgsderfern ei Heemoarbeit au salber gemacht, wenn im Winter viel Schnie loag an suste nee recht woas getoan warn kunnte. Ich salber hoab ei menner Kindheet ‚m Voater ufte zugeguckt, an dodervon will ich heut a bissel woas derzähln. Jitze is es ju vielleicht noch nee zu spät, oaber ei zahn oder zwanzig Juhrn, doo weeß doch kenner mehr woas dodervon.
Viel Oarbeit machte is schunt, bis aus da viela eenzelna Teelen a fertiger Recha wurde, an wie vielerlee Hamprichszeug woar nutwendig, denn maschinell woar do ju nee viel zu macha. An doas tullste woar, die Moansvölker machta doch die Recha nee bluß fer sich, do woar doch is mindeste ane Mandel, an doas woarn fufza Recha, oaber öftersch glei a ganzes Schook, an doas woarn sechzig.
Oaber nu wulln mer amol oafanga mit m Rechamacha: Do koam zuerschte der Stiel, an dar woar aus Fichtahulz. Eim Summer kunnte ma sich beim Förschter eim grußa herrschoaftlicha Pusche a Revier oaweisa loan zum Durchfurschta fer Brennhulz, an doa woarn schunt genug dünnere Stengel derbei, die fer Stiele poaßta. Knoapp zwee Meter mußta se schunt sein, an die wurda uff der Schnietbanke mit m Zugmasser uff die poassende Stärke vurgeoarbeitet an hingerhar mit ‚m Rundhubel glottgehubelt. A letzta Schliff kriegta se mit Sandpoapier.
Nu wurde unda oam dicka Ende der Länge nooch a Sticke eigesacht, asu drei Handbreet etwa, an die beeda Enda auseinandergespreizt an oagespitzt, doaß se nochhar ei a Rechaboalka poaßta.
Nu kimmt dar Rechaboalka droan, an dar woar aus hoartem Hulze, meestens woarsch Buche. Mei Voater ließ Boalka glei uff poassende Länge an Stärke – im an hoalba Meter rim lang – ei der Braatschneide saaga. Ei der eegna Werkstelle wurda dann mit der Buhrmaschine mit Fußantrieb die Löcher fer die Zinka gebuhrt. Vierzähner an Sechzahner woarn die gängigsta. Vurhar wurde jedes Loch akkurat mit ‚m Zirkel markiert. Nu wurda die gebuhrta Boalka vo oalla Seita schien glottgehubelt an die Kanta a bissel gekoappt. Doas soag schinner aus.
An nu koama die Zinka droan: Meest aus Ebereschahulze wurda Klötzel vo poassen- der Zinkalänge gesaagt an die dann mit der Zinkaklinge ei Toafeln ufgespoalta.
Vo da Toafeln wurda dann die eenzelna Zinka – jitze woarn se noch viereckig – oabgespalta. Die wurda nu durch a kurzes Sticke Eisa – oder Stoahlruhr – woas o am stabila Hackklutze seitlich festgemacht woar – durchgetrieba. Beim nächsta Rohling koam dann schunt der runde Zinke raus. Dar mußte nu uff der Zinkabank mit am runda Zinkamasser noch poassend oagespitzt warn. Doas Kopfsticke hoatte ju schunt die poassende Stärke fer doas Loch eim Boalka an kriegte nur noch is Koppel a bissel oabgerundet. Doas soag au schinner aus.
Nu wären die Vuroarbeita eegentlich fertig an is woar schunt asu moancher Handgrieff getoan. Wie ich schunt soate, wurda ju glei immer grissere Menga gemacht, an doo mußta au immer genug Eenzelteele fertig sein: Für a Schook Recha sechzig Stiele an sechzig Boalka, an fer sechzazinkiga Recha au neunhundertsechzig Zinka. Do koan ma sich vierstelln, woas do schunt für Oarbeit drinstackte.
Nu warn mer zusoammasetza: Zuerscht wurda die Zinka ei die Boalkalöcher gekloppt; Vurhar wurde oaber noch doas Kopfsticke vum Zinka – woas nochher eim Boalka stackte – durch die Zinkaquetsche a bissel zusoammagepreßt, an dar soaß dann au richtig feste. Woarn nu oalle Zinka eim Boalka, wurda die Spitza undarim noch a bissel oabgeschrägt, doaß au hie oalles schien aussoag.
Nu wurda fer a Stiel noch zwee grissere Löcher uff der Boalkaseite – asu drei Finger breet vo der Mitte – gebuhrt, an do poaßte der Stiel nei. Woar nu oalles poassend an ausgericht‘, wurde vu uba mit am dünna Buhrer je a Loch durch Boalka an Stiel gebuhrt an ei jedes koam a Harthulz-Keilcha, an doas hielt nu dan ganza Recha zusoamma an inser Recha woar fertig.
Zwölf oder fufza Biema goabs wuhl derfür an war geschickt woar, kunnte a Vinter über schunt a poar Schook macha. Ich hoab is jitze oals Rentner au amol versucht, ich wullte doch au an Recha salber macha an hoab is au geschoafft oaber neeoan eem Tage…

 

Und hier ein Video zur traditionellen Herstellung von fuchsvideo am 17.01.2010 auf youtube veröffentlicht:

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