
Die Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein in Pirna wurde im Herbst 1939 „aufgelöst“. Aufgelöst, ein lapidares Wort für die Euthanasie der bisherigen Bewohner mittels Aktion „T 4“. Näheres dazu findet sich im Internet unter Verbrechen in den Jahren 1940 und 1941 auf dem Sonnenstein in Pirna.
Im Januar 1940 kamen 10.000 Wolhyniendeutsche nach Sachsen, zwei Sonderzüge fuhren nach Pirna, um diese auf dem Sonnenstein unterzubringen, zwei Tage später war von rund 1000 deutschen „Rückwanderern“ aus Galizien die Rede, die in Pirna angekommen wären, wobei für den nächsten Tag ein neuer Transport angekündigt war. Am 11.1.1940 waren 1683 Personen im Lager registriert, davon 679 Kinder, diese blieben bis Anfang April 1940.1
Anfang Oktober 1940 kamen rund 800 Bessarabiendeutschen auf den Sonnenstein, ein weiteres Lager in Bad Schandau wurde mit 778 Personen belegt. Insgesamt gab es im Kreis Pirna 10 Lager mit etwa 5.000 Bessarabiendeutschen (Ostrau, Postelwitz, Rosenthal-Schweizermühle, Liebstadt, Bad Gottleuba-Hartmannsbach, Stolpen).1