Zur Erinnerung an unsere Vorfahren, die als Migranten aus Süddeutschland in die Welt zogen

Schlagwort: Kolonisten (Seite 2 von 4)

Tatarashvili – Architektonisches Erbe in Georgien

Gern möchte ich auf ein besonderes Buch aufmerksam machen

Foto: Nestan Tatarashvili

Die Deutschen Siedlungen und das deutsche Architektonische Erbe in Georgien = German Settlements and architectural Heritage in Georgia 

Die Architektin und Autorin Nestan Tatarashvili veröffentlicht hier Inventarisierungs- und Forschungsergebnisse aus ganz Georgien.

Sie besuchte in den Jahren 2015 bis 2018 mehrere Industriedörfer und 23 deutsche Siedlungen, um 1200 wertvollen Gebäude zu identifizieren und wissenschaftliche Forschungen durchzuführen.

Aufgrund dieses sehr umfangreichen Materials veröffentlichte sie die Ergebnisse 2018 in diesem Buch, welches die Geschichte von Migration, Religion, Wirtschaft, Kultur, Bildung und Architektur der deutschen Siedler enthält. Aufgezeigt wird die Entwicklung ihrer Siedlungen und Industriezentrum. Es gibt alte und neue Namen deutscher Siedlungen, ihre historischen und gegenwärtigen Standorte, alte und neue Karten, Zeichnungen der wertvollsten deutschen Häuser usw.

Das Buch enthält:
• wissenschaftlicher Text und Bibliographie
• Archivmaterial – Dokumente, Fotos, Karten, Projekte, Zeitung Kaukasische Post, Musik etc.
• alte und neue Fotos, Karten, Zeichnungen usw.


Tatarashvili Nestan. Die Deutschen Siedlungen und das deutsche Architektonische Erbe in Georgien = German Settlements and Architectural Heritage in Georgia. Publishing House CEZANNE. Tbilisi, 2018 Texts in Georgian, German and English. Sprache: deutsch, englisch, georgisch. 240 pages, 23 X 29 cm. ISBN-978-9941-8-0101-3

Kontakt über Nestan Tatarashvili Facebook


Tamara Chernova-Dioke rezensierte:

Das in drei Sprachen – Georgisch, Deutsch und Englisch – in Tiflis veröffentlichte Buch des Architekten Nestan Tarashvili ist ein besonderes Phänomen bei der Erforschung des Themas „Deutsche Siedlungen im Südkaukasus“. Die Veröffentlichung unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten, des Ministeriums für Kultur und Sport Georgiens, der Nationalen Agentur für den Schutz des Kulturerbes Georgiens, der Gesellschaft zur Erhaltung des deutschen Kulturerbes in Georgien und der Europäischen Union im Südkaukasus zeugt von dem großen Interesse an einer solchen Veröffentlichung. Die Besonderheit und Bedeutung des Buches besteht darin, dass zum ersten Mal das Merkmal des architektonischen Erbes der Deutschen, der Arten und Stile von Gebäuden in all ihren Siedlungen in Georgien gegeben ist. Dies wird seit 2015 durch die Erhebung, Identifizierung und Bestandsaufnahme des über 200 Jahre erhaltenen deutschen Erbes ermöglicht. Es wurde von dem Verein zur Bewahrung des deutschen Kulturerbes im Südkaukasus, dessen aktives Mitglied die Autorin ist, durchgeführt und umfasst mehr als die Hälfte des Buchbandes einzigartige Illustrationen: Karten, Pläne und Arten von Kolonien; alte Postkarten über die Straßen und wirtschaftlichen Aktivitäten der Siedler; Kopien von Archivdokumenten (S. 102–138). Als nächstes folgen Illustrationen der deutschsprachigen Kaukasischen Post, die jeden Sonntag ab dem 18. Juni 1906 erscheint und das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Kolonisten widerspiegeln (S. 142–147). Auf einer Karte von Georgien sind 7 Kolonien und Zeichnungen einzelner Häuser eingezeichnet. Straßenansichten, erhaltene Gebäude und deren architektonische Elemente, das Innere von Häusern und Kellern, Fotos von Kirchen und Grabsteinen usw. werden in einzelnen Kolonien festgehalten. (S. 150–240). Insgesamt sind 23 Siedlungen in der Liste erfasst. Einige von ihnen haben heute Hinweistafeln mit den Anfangsnamen der schwäbischen Kolonien in georgischer und deutscher Sprache. Die Autorin gibt eine historische Skizze über die Umsiedlung von Schwaben und die Bildung separater, insbesondere subsidiärer Kolonien oder die Bildung deutscher Siedlungen in Fabriken. Basierend auf den untersuchten archivarischen Primärquellen, der wissenschaftlichen Literatur, Presseveröffentlichungen und den Erinnerungen von Wissenschaftlern und Reisenden, die die Kolonie im letzten Jahrhundert besucht haben, bietet sie ihren Standpunkt zu diesem Thema sorgfältig, geschickt und korrekt im Vergleich der Positionen einzelner Autoren an. Ein besonderes Verdienst der Autorin bei der Aufdeckung der aktuellen Situation, Lage und Namen ehemaliger deutscher Dörfer / Städte / in Georgien. Das Buch verdient Beachtung und war ein wichtiger Beitrag zum 200-jährigen Jubiläum (1818–2018) der Gründung deutscher Siedlungen in Georgien, das damals Teil des russischen Reiches war.

Немецкие поселения и немецкое архитектурное наследие в Грузии

Вышедшая в Тбилиси на трех языках – грузинском, не-мецком и английском – книга архитектора Нестан Та-тарашвили представляет собой своеобразное явление в исследовании темы «Немецкие поселения на Южном Кавказе». Издание под патронажем МИДа Германии, Министерства культуры и спорта Грузии, Националь-ного агентства по охране культурного наследия Грузии, Обществ по сохранению немецкого культурного насле-дия в Грузии и европейского – на Южном Кавказе сви-детельствует о глубокой заинтересованности в подоб-ной публикации. Особенность и значимость книги в том, что, во-пер-вых, впервые дана характеристика архитектурного на-следия немцев, типов и стилей построек по всем их поселениям в Грузии. Этому способствовала работа с 2015 г. по обследованию, идентификации и инвента-ризации сохранившегося за 200 лет немецкого наследия. Ее провело «Общество по со-хранению немецкого культурного наследия на Южном Кавказе» (Verein zur Bewahrung deutschen Kulturguts im Südkaukasus), активным членом которого является автор.Во-вторых, более половины объема книги занимают уникальные иллюстрации: карты, планы и виды колоний; старинные открытки с изображением улиц и хозяй-ственной деятельности поселенцев; копии архивных документов (с. 102–138). Далее – иллюстрации из немецкоязычной газеты Kaukasische Post («Кавказская почта» выхо-дила каждое воскресенье с 18 июня 1906 г.), отражающие хозяйственную и культурную жизнь колонистов (с. 142–147). Даны планы 7 колоний на карте Грузии и чертежи ин-дивидуальных домов. По отдельным колониям запечатлены виды улиц, сохранившие-ся здания и их архитектурные элементы, внутренний интерьер домов и подвалов, фото церквей и надгробных плит и т.д. (с. 150–240). Всего охвачены 23 поселения, представ-ленные по списку. На сегодня в некоторых из них установлены плакаты-щиты с указа-нием первоначальных названий швабских колоний на грузинском и немецком языках. Автор дает исторический очерк о переселении швабов и становлении отдельных, в частности дочерних, колоний или образовании немецких поселений при фабри-ках. На основе изученных архивных первоисточников, научной литературы, публи-каций прессы и воспоминаний посетивших колонии в прошлом веке ученых и пу-тешественников она скрупулезно, умело и корректно, в сопоставлении позиций от-дельных авторов, предлагает свою точку зрения по данному вопросу. Особая заслуга автора в выявлении современного положения, местонахождения и имен бывших не-мецких селений /городов/ в Грузии. Книга заслуживает внимания и явилась существенным вкладом к 200-летнему юби-лею (1818–2018) основания немецких поселений в Грузии, входившей тогда в состав Российской империи.

Т. Чернова-Дёке

«Ежегодник» (Международный ассоциации исследователей истории и культуры поссийских немцев. N4.)

Ukraine

Literatur zur Ukraine, Galizien, Bukowina u.a.

Ein Überblick verwendeter Literatur, online verfügbare Bücher sind verlinkt und weitere Empfehlungen, die durch Neuerscheinungen nicht vollständig sein können.

Das Copyright am Buchcover liegt beim Verlag, Verfasser oder ist bereits public domain, ich stelle hier nach und nach meinen vorhandenen Bestand auch als Abbildung vor.

 John-Paul Himka: Galicia and Bukovina : a research handbook about Western Ukraine, late 19th and 20th centuries. Alberta, Historic Sites Service 1949
 Orest T Martynowych: The Ukrainian bloc settlement in east central Alberta, 1890-1930 : a history, including bibliography with annotations; Alberta. Historic Sites Service; 1985
 Sonia Maryn: The Chernochan machine shed : Ukrainian farm practices in east central Alberta; Alberta. Historic Sites Service; Alberta. 1985
 Andriy Nahachewsky: Ukrainian dug-out dwellings in east central Alberta; Alberta. Historic Sites Service; Alberta. 1985
 Cathy Chorniawy: Commerce in the country : a land use and structural history of the Luzan Grocery Store; Alberta. Historic Sites Service, 1989
 Randolph Freeman: Geographical naming in western British North America : 1780-1820; Alberta. Historic Sites Service, 1985
 Peter J Melnycky: Shelter, feed and dray : a structural history of the Radway Livery Barn; Alberta. Historic Sites Service, 1989
 Demjan Hohol‘: The Grekul house : a land use and structural history 1956-; Alberta. Historic Sites Service; Alberta. 1985
 Marie Lesoway: Out of the peasant mold : a structural history of the M. Hawreliak Home in Shandro, Alberta; Alberta. Historic Sites Service, 1989
   
 Der ukrainische Hunger-Holocaust ; Stalins verschwiegener Völkermord 1932/33 an 7 Millionen ukrainischen Bauern im Spiegel geheimgehaltener Akten des deutschen Auswärtigen Amtes; Dmytro Zlepko; Verlag Helmut Wild; Sonnenbühl, 1988
 Mord am ukrainischen Volk (Künstliche Hungersnot in der Jahren 1932-1933); Dr. Wasyl Pluschtsch; Ukrainisches Institut für Bildungspolitik; München 1973
 Hans Auerbach; Die Besiedelung der Südukraine in den Jahren 1774 – 1787; Otto Harrassowitz Verlag; Wiesbaden, 1965
 Bildarchiv über die Ukraine aus dem Buch Russischer Kolonialismus in der Ukraine; Ukrainische Verlag München
 Mychajlo Hruschewskyj: Ein Ueberblick der Geschichte der Ukraina; Verlag des Bundes zur Befreiung der Ukraina; Wien, 1914
 George Cleinow: Das Problem der Ukraine; Verlag des Bundes zur Befreiung der Ukrainе; Wien, 1915
 Heinrich Lanz: Ukraina; Verlag von Georg Stilke, Berlin 1918
 Erinnerungsorte an den Holodomor 1932-33 in der Ukraine; Leipziger Universitätsverlag Berlin 2008
   
   
Zeitschriften
 

Ukraine in Vergangenheit und Gegenwart. Deutsch-Ukrainische Gesellschaft e. V., im Verlag Ukraine; München

 
1955-2-31955-04 
 
1956-3/41966-35 
 
1966-371966-35 
  
1967-38  

Semenowka Семёновка (Камышинский район)


Simanowka
Hrsg. Paul Langhans: Deutsche Erde: Zeitschrift für Deutschkunde. Beiträge zur Kenntnis deutschen Volkstums allerorten und allerzeiten; Verlag Justus Perthes Gotha: Jg. 1910 Heft 6/7, S. 189

Semenowka (Semjonowka, Röthling),  Gouvernement Saratow, wurde  am 24. Juli 1767 als Mutterkolonie gegründet.

Die überwiegend katholischen 144 Einwohner (46 Hauswirte) kamen aus der Region Mainz, Fulda, Westfalen und Preußen und gehörten kirchlich zum Dekanat Kamenka. Einer von ihnen war Johann Jacob Heid (*1743) aus Orb/ Hessen, er wanderte vom Hafen Lübeck aus mit dem Schiff „Die Frau Dietrich“ nach Oranienbaum bei St. Petersburg aus. In Semenovka kam er am Gründungstag gemeinsam mit seiner auf der Reise geehelichten Frau Katharina geb. Keberlein an.1)

Jede Familie erhielt 30 Dessjatien Land, einen Vorschuss von 15 Rubel, zwei Pferde, Gang, Räder, zwei Achsen, das Gabeldeichselband, Bogen, ein Paar Sielen, 18 Faden Strick, eine Schüppe, eine Sense, eine Pflugschar, ein Sech.“ Einige wenige „Wohlhabene“ erhielten davon nichts. Dafür standen von der Regierung errichtete Holzhäuschen für alle bereit, mit Brettern gedeckt, eine Tür, ein Fenster, ein Russenofen, etwa fünf Faden lang, drei breit und einen hoch. Die Flächen der Kolonie, rund 3.900 Dessjatien, war jedoch nur zu etwa 330 Dessjatien nutzbar, so dass tatsächlich nur 6 Dessjatien pro Familie bewirtschaftet werden konnten.2)

Die Gründerfamilien:

(Scrollbalken am Ende der Tabelle für vollständige Ansicht)

Nr. Haushaltsvorstand

(Personenzahl)

 Schreibweise russischer Dokumentemutmasslich:
  AlterLand OrtLand Ort
1Mihm, Joachim (4)36SchultifoltDorf AltehausenFuldaAlthausen
2Rötling, Valentin (2)31TifulProbstangei Stenzei
3Schalilz, Anton (2)31 Tidiheim Tigenheim
4Irle, Christof (6)36StafuldaStadt AmmelburgFuldaHammelburg
5Röberlein, Heh. (4)52WützburgDorf WesniWürzburg 
6Roth, Johannes (3)32StolbergStadt BrusaStolberg 
7Röberlein, Joh. (3)45SwezelburgischDorf WeistedSchwarzburg 
8Kupp, Nicolaus (2)25PasenheimKreuzbergBassenheimKreuzberg
9Tihl, Joh.3 (4)38KurmenzUpschKurmainz 
10Ell, Joh. Eberh. (2)29FuldschiginKamerzalFulda Kammerzell
11Schlert, Peter (3)21SchwarzburgArbachSchwarzburgUrbach
12Schmalz, Josef (3)44ZesarienKapelOesterreichKapell
13Eilang, Balth. (3)34KurmenzLangenbretzKurzmainzLangenprozelten
14Rebart, Lorenz (4)46 „
15Rubrecht, Tobias (2)66MerwWeschwasser??
16Wanstenderer, W. (4) 50KölnAdanoKölnAdenau
17König, Jacob (2)23KurmenzMichelbachKurmainzMichelbach
18Bensack, Joh. (3)27 
19Siebert, Joh. (3)25SpifulschinUsenfeldFuldaHosenfeld ?
20Krau, Paul (3)27WüzenburgIrbachWürttemberg 
21Gobert, Joh. (4)37MenzerkuLangabrozeljaKurmainzLangenprozelten
22Ritt, Joh. (6)40TrawünawhanaBartGrafsch. Hanau 
23Flanz, Michael (3)28LuchsenburgSümerLuxemburg 
24Renndorf, M. Wwe. (1) 38KumenzEselbachKurmainzEsselbach
25Jerkop, Balth. (4)39StafoldüschinRobsteisalFulda 
26Frank, Joh. Adam (2) 23DaamstadtRudiseimDarmsladt 
27Konrad, Jacob (4)38DarloschinBecherbachDurlachWöschbach
28Schwab, Mathias (3)24KurmenzarEschtädtKurmainz 
29Breitinger, Peter (4)28ErbachSchinbachErbachSchönberg
30Schwab, Caspar (2)18KurmensterlandEschtädtKurmainz 
31Eihart, Math. (2)28SchtjafuldischinaStadt SammsternFuldaSalmünster
32Frisch, Johann (3)36LuchsenburgDorf IschenLuxemburg 
33Reis, Joh. Heh. (2)60SchtifuldischenBrunzweltFuldaBronzell
34Schwab, Bernh. Ww.(2)21SchtafuldischenStadt Eis 
35Baier, Philipp Wwe.(5)45KurmeschtaDorf FröschhausenKurmainzFroschhausen
36Kloster, Joh. Adam (7) 44OtowalschinZeulertOdenwaldZeilhard
37Rousch, Valentin. (2)38FultauschenTedoFulda 
38Siebert, Nicolaus (2)30GanauschenStadt AnoHanauHanau
39Apfel, Johann (5)24Dorf PidarBieber
40Neuhard, Joh. (2)24FultauschenSchmulnoFuldaSchmalnau
41Oberst, Joh. (1)29WürzburgKoponwünWürzburg 
42Schaab, Elis. Wwe. (3) 36MitgenfeldMitgenfeld
43Grein, Joh. Conr. (5) 44DarmstadtLankDarmstadtLangen
44Fosbusche, Ign. Ww.(1) 60 ?? 
45Matelheim, Georg (1) 37KurmenzRariKurmainz 
46Borger, Hermann (5)38WürzburgSentelbachWürzburg 

3) Hinweis von Herrn Wadim Eichmann: die Schreibweise ist Diehl, zu finden im „Familienbuch Trais-Horloff, Inheiden, Utphe“ Hanno Müller, Darmstadt, 1997, Reihe Deutsche Ortssippenbücher / Reihe B; 148, Schriften der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V.; 23


Semenowka
Kartenausschnitt: P. S. Pallas: Reise aus Sibirien und zurück an die Wolga im 1773ten Jahr; Des Dritten Theils Zweytes Buch, p.621

Mit dem Dekret vom 26. Februar 1768 über die Namen der deutschen Kolonien, wurde der ursprüngliche Name Semenovka, wie der gleichnamige Fluss, an welchem das Dorf liegt, beibehalten.

Ein Einfall durch den Aufstand Pugatschow´s 1773-1774 verwüstet Semenovka.

Im Jahre 1786 bekam die Kolonie eine Landzuteilung von 5.400 Dessjatien, um dem Landmangel abzuhelfen.

Nach den Einfällen der Aufständigen unter Kosulka und Perschipnoe 1797-1798 veranlasste den Gemeindevorsteher Christof Kühne zu Audienzen an den Zarenhof 1812 und 1824 zu reisen, um den Bestand der Kolonie zu sichern.

Von 1803 bis 1820 war in Kamenka eine Missionsstation der Jesuiten, vorher und nachher waren zumeist polnische katholische Priester für die Siedler zuständig.


Haushaltsvorstände der Censusliste von 1834 waren:

1. Nikolaus Frank61. Gottlieb Gette121. Johann Bonn
2. Sebastian Hartwig62. Kaspar Herlein122. Stefan Beier
3. Johannes Heidt63. Philip Reising123. Johann Georg Gette
4. Heinrich Weissbeck64. Kaspar Buss124. Johann Georg Schultz
5. Friedrich Kloster65. David Buss125. Georg Leonhard
6. Johann Adam Kloster66. Matthias Schwab126. Andreas Sachs
7. Matthias Kloster67. Heinrich Edelman127. Philip Beier
8. Johannes Diesser68. Samuel Diesser128. Nikolaus Heidt
9. Jakob Wilberger69. Johann Georg Gette129. Georg Beier
10. Johannes Diehl70. Johannes Gette130. Kaspar Schwab
11. Christian Schwab71. Christian Gette131. Anton Desch
12. Johannes Bensack72. Christian Griesen132. Philip Kühne
13. Nikolaus Bensack73. Adam Siebert133. Matthias Diesser
14. Nikolaus Ditler74. Adam Heit134. Anton Sack
15. Ulrich Pfarger75. Nikolaus Diehl135. Kaspar Kloster
16. Johannes Heidt76. Heinrich Honnecker136. Johann Georg Desch
17. Nikolaus Heidt77. Georg Rupp137. Joachim Schmaltz
18. Friedrich Gette78. Wilhelm Berg138. Christian Gette
19. Franz Werner79. Christoph Herlein139. Johannes Kloster
20. Franz Diehl80. Heinrich Honnecker140. Kaspar Kloster
21. Valentin Gette81. Konrad Breit141. Nikolaus Berger
22. Peter Barbie82. Nikolaus Koenig142. Johannes Sack
23. Michael König83. Paul Herlein143. Karl Schmaltz
24. Johann Georg Kloster84. Johann Ewald144. Kaspar Riesch
25. Stefan Schaab85. Valentin Ortmann145. Joachim Hartwig
26. Michael Ord…86. Joachim Heit146. Heinrich Shidgan
27. Michael Milberger87. Anton Heit147. Johannes Beier
28. Christoph Schaab88. Paul Beier148. Konrad Rupp
29. Gottfried Gei (?)89. Johann Buss149. Valentin Herlein
30. Nikolaus Schmaltz90. Ignatius Sack150. Anton Kloster
31. Christoph Kloster91. Heinrich Dippel151. Peter Rosenbach
32. Peter Berg92. Valentin Herlein152. Johann Konrad
33. Peter Blattner93. Christoph Kühne153. Johannes Hartmann
34. Johann Adam Kloster94. Valentin Gette154. Johannes Herlein
35. Heinrich Detloff95. Johannes Schnell155. Johannes Herlein
36. Johann Georg Sachs96. Michael Ortmann156. Baltasar Heidt
37. Johann Adam Rupp97. Philip Schaab157. Philip Sachs
38. Paul Schaab98. Friedrich Kloster158. Heinrich Weiss
39. Stefan Schwab99. Johann Adam159. Heinrich Kloster
40. Nickolaus Roth100. Johann Keberlein160. Kasper Mueller
41. Konrad Sach (Sack)101. Kaspar Roth161. Valentin Diehl
42. Andreas Ditler102. Johannes Shlerts162. Johann Steinbach
43. Johann Adam Kloster103. Andreas Schultz163. Valentin Sack
44. Christian Diehl104. David Gette164. Christoph Schaab
45. Baltasar Geflsen (?)105. Wilhelm Gette165. Philip Schaab
46. Adam Kloster106. Kaspar Gette166. Friedrich Ditler
47. Georg Diehl107. Johannes Köhne167. Andreas Sack
48. Johann Adam Kloster108. Jakob Schmaltz168. Johannes Ditler
49. Nikolaus Schmaltz109. Johann Georg Buss169. Johannes Hartwig
50. Valtin Rausch110. Johann Georg Kloster170. Anton Schmaltz
51. Johannes Riesch111. Franz Leonhard 
52. Johann Adam Gette112. Nikolaus Pfarger 
53. Nikolaus Konrad113. Konrad Reisch 
54. Jakob Sachs114. Peter Bensack 
55. Adam Gette115. Anton Wachs 
56. Johann Adam Haberkorn116. Johannes Berg 
57. Johann Höffling117. Michael Berg 
58. Konrad Haberkorn118. Konrad Breit 
59. Johannes Haberkorn119. Nikolaus Heidt 
60. Sebastian Pfarger120. Matthias Konrad 

Die 1855 erbaute Holzkirche wurde 1856 geweiht, eine deutsche Schule gab es seit der Gründung, eine russische Schule ab 1890. Ab 1926 hatte diese vier Klassen, es gab eine Lesehalle und einen Konsumverein mit Laden. Der Ort wurde Sowjetsitz.

Bereits 1871 war die Kolonie auf 13.700 Dessjatien Land und 780 Höfe mit 5.800 Bewohnern angewachsen. Es gab sogar eine Wasserleitung.

Aus der Kolonie wanderten bis 1886 zwölf Familien nach Amerika und 62 Familien nach Südamerika aus (Brasilien und Buenos Aires, Argentinien).

Am 9. November 1906 wurde per Dekret das Gemeindeland auf ewige Zeiten als Einzelbesitz bestätigt.

Die Hungersnot 1921 forderte auch in der Kolonie einen hohen Preis, es starben 151 Menschen.

Mit der Zwangskollektivierung 1930 bekam der Ort eine Maschinen-Traktoren-Station (MTS).

Im September 1941 wurden die deutschen Bewohner, wie alle Wolgadeutschen, deportiert.


1) Liste der Auswanderer nach Russland: „Johann Facius 13.11.1765 – 18.2.1766 – „Actum Aufenau den 23 Decembris 1765 – Johann Jacob Heyd, 20 Jahre alt, aus Orb, Ackerknecht.“ Ortsfamilienbuch Bad Orb
2) Lehrer Christoph Schaab: Von den deutschen Kolonien an der Wolga; Frankfurter Blätter für Familiengeschichte 8/1909
K. Stumpp Verzeichnis der deutschen Kolonien an der Wolga; HB 1955, S. 121
Hrsg. Paul Langhans: Deutsche Erde: Zeitschrift für Deutschkunde. Beiträge zur Kenntnis deutschen Volkstums allerorten und allerzeiten; Verlag Justus Perthes Gotha: Jg. 1910 Heft 6/7, S. 189
Kartenausschnitt: P. S. Pallas: Reise aus Sibirien und zurück an die Wolga im 1773ten Jahr; Des Dritten Theils Zweytes Buch, p.621

 

Landkreis Treuburg

Der Kreis Oletzko (ab 1933 Kreis Treuburg, ab 1939 Landkreis Treuburg) war ein Landkreis in Ostpreußen, der von 1818 bis 1945 bestand.


Um 1560 wurde Schugten1 (Czugkten, Czuckten, Czukten, Schuchten, Czukty) gegründet und vermutlich nach seinem Gründer Mickolay Schuchta von Chelchen benannt. Dieser erhielt unter Herzog Albrecht von Preußen durch den Amtshauptmann Christoph Glaubitz vier Hufen Land, 40 Hufen waren mit Zinsbauern zu besetzen.

Mit der Einrichtung der Domänenämter ab 1725, zu deren Aufgabe auch die Gerichtsbarkeit über die königlichen Amtseinsassen, Kölmer und Freien, wurde im Jahre 1747 das Domänenamt Czychen mit Sitz im Vorwerk Czychen gegründet.2,3  Da das Domämenamt Czychen zu klein für ein eigenes Domänen-Justiz-Amt war, wurde es dem Domänen-Justiz-Amt Oletzko zugeschlagen.4 Diesem Domänenamt unterstand auch Czuckten (Schuchen). 1785 wurden 19 Feuerstellen5 und 1818 bereits 22 Herdstellen und 147 Einwohner gezählt.6

Evangelische Bewohner gehörten zur Kirche in Czychen, katholische Bewohner gehörten zur Kirche in Marggrabowa. Eine eigene Schule gab es nicht im Ort, die Kinder besuchten sie im Nachbarort Sokolken.

Hier lebten Mitglieder der Familien Gustmann, Weller und Gembalies.


  1. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister (2005): Schuchten
  2. Historisch-comparative Geographie von Preussen,Dr. Max Toeppen, Gotha 1858, S.316
  3. Goldbeck, Johann Friedrich, Vollständige Topographie vom Ost-Cammer-Departement,1785, II.Hauptwerk, S.40
  4. Goldbeck, Johann Friedrich, Vollständige Topographie vom Ost-Cammer-Departement,1785, II.Hauptwerk, S.56
  5. Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement S.25 in: Volständige Topographie des Königreichs Preussen von Johann Friedrich Goldbeck; Erster Theil, welcher die Topographie von Ost-Preussen enthält; Königsberg-Leipzig 1785
  6. Vollständiges topographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1 A-H; Johann Daniel Friedrich Rumpf, Heinrich Friedrich Rumpf, Berlin 1820;  S. 217
  7. Kartenausschnitt: http://www.olecko.info

Kreis Goldap

Der Kreis Goldap war ein Landkreis in Ostpreußen und bestand als preußisch-deutscher Kreis in der Zeit von 1818 bis 1945.


Die Stadt Goldap wurde 1565 von Herzog Albrecht als Grenzbollwerk in der Rominter Heide errichtet und erhielt 1570 Kulmer Stadtrecht. Als Grenzbollwerk erlebte sie in der Folge zahlreiche Verwüstungen, Brände und Pestwellen.

Nach den  Pestjahren 1709 bis 1711 wurde in den darauf folgenden zwanzig Jahren durch die Ansetzung von auswärtigen Kolonisten (Rétablissement) das Land neu bevölkert.

Als das Emigrationsedikt des Erzbischofs Leopold Anton Freiherrn von Firmian vom 31. Oktober 1731 in Regensburg bekannt wurde,  welches rund 20.000 Menschen auf Grund ihres Glaubens heimatlos machte, erklärte der preußische König Friedrich Wilhelm I. die Vertriebenen für seine Untertanen. Am 2. Februar 1732 erließ er das Königlich Preußische Einladungspatent an die Salzburger und setzte Verpflegungsgelder für die Salzburger Exulanten an, für Männer täglich vier Groschen, für Frauen und Mägde drei Groschen und für jedes Kind zwei Groschen.

Zwischen dem 30. April 1732 bis dem 15. Juli 1733 verließen vor allem Handwerker- und Bauernfamilien das Land. 314.728 Auswanderer, genannt werden 16 Züge, trafen in Berlin ein. Ein Teil von ihnen gelangte über Stettin mit einem der 66 Schiffe nach Königsberg (das ersten kam am 28. Mai 1732 an). Der erste von elf Landtransporten kam am 6. August 1732, der letzte am 8. November 1733 in Königsberg an. Von den schätzungsweise 16 – 17.000 durchziehenden Immigranten blieben 377 in der Stadt, da vor allem Handwerker ihrem Gewerbe in den Städten nachgehen konnten.

Die meisten Salzburger siedelten im Raum Gumbinnen. Hier erhielten mittellose Bauern eine Hufe Land. Die Exulanten wurden auf freie Stellen verteilt, so kamen 117 Kolonisten in den späteren Kreis Goldap, wo sie vor allem im östlichen Teil siedelten.


Die Kirchspiele des Kreises waren Dubeningken, Gawaiten, Goldap, Grabowen, Gurnen, Mehlkehmen, (Groß) Rominten (ab 1868), Szittkehmen und Tollmingkehmen, das spätere Landratsamt befand sich in Goldap. Die Stadt wurde 1879 an die Eisenbahnstrecke Insterburg – Goldap – Lyck angebunden, damit bekam Goldap auch Anschluß nach Eydtkuhnen, Königsberg und Berlin, ab 1897 zudem nach Angerburg.

Das Ende der deutschen Stadt Goldap kam mit dem Verlassen der Bewohner am 21. Oktober 1944, am folgenden Tag besetzte die Rote Armee die Stadt und setzte einen großen Teil in Brand. Anfang November 1944 wurde die Stadt von deutschen Truppen zurückerobert und bis Mitte Januar 1945 gehalten, danach ging sie endgültig an die Rote Armee verloren.


Soweit ganz allgemein zum Kreis. Konkret gesucht sind jedoch die Angehörigen einer Familie. Vielleicht kennt der werte Leser einige Fakten, die trotz intensiver Nachforschung bisher verborgen blieben.

Ferdinand Franz Braun, späterer Gutsbesitzer, wurde am 20. Januar 1869 in Goldap geboren. Seine Ehefrau Berta Gustmann stammte aus Czukten, wo sie am 5. Juni 1876 das Licht der Welt erblickte. Ihr Vater war Adolph Gustmann (*17.4.1827) aus Kettenberg, der in Czukten am 17.12.1909 verstarb.

Gesucht ist die Herkunft der Familien und ihrer Vorfahren.

Zu den Vorfahren des Franz Ferdinand Braun gehören Marie Bouvain , gestorben im Alter von 45 Jahren am 31.7.1817 in Jablonken. Wer waren ihre Eltern? Woher stammte ihr Ehemann Johann Braun und was sind seine genauen Daten? Woher stammte seine erste Frau Louise Roussel?

Woher stammte Christine Alester (1799-1863), wer waren ihre Eltern? War Jakob Alester (1808-1859) womöglich ihr Bruder?

Sollte jemand Hinweise zu diesen Personen haben, wäre es nett, wenn er sich bei mir melden würde.

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Bild public domain: Symbolische Darstellung des Empfangs Salzburger Exulanten in Preußen durch König Friedrich Wilhelm I. in : G. von Glinski, P. Wörster:; Königsberg. Die ostpreußische Hauptstadt in Geschichte und Gegenwart. Berlin/Bonn 1992
Die Salzburger in Ostpreußen: Von ihrer Austreibung und Aufnahme in Preußen berichtet uns nach alten Quellen PAUL BROCK; Herausgegeben von der Landsmannschaft Ostpreußen, Abteilung Kultur, 1965

Kreis Johannisburg

Der Kreis Johannisburg, ehemals zu polnisch Natangen gehörig, war ein Landkreis in Masuren, dem südlichen Teil Ostpreußens. Er bestand von 1818 bis 1945. Der Deutsche Orden hatte das Kreisgebiet ab 1428  planmäßig mit Prußen und Deutschen besiedelt, nachdem bereits 1345 die  Johannisburg und gegen 1360 die Burg Eckersberg zur Grenzbefestigung errichtet wurden. Im 14. Jahrhundert wanderten aus Masowien zudem zahlreiche Siedler ein.


Im Jahre 1716 wurde Turoscheln als Schatullsiedlung gegründet. Der Begriff leitet sich von der Schatullkasse ab, in die private Einkünfte des Kurfürsten flossen. Diese Einkünfte kamen unter anderem aus den Einnahmen der landesherrlichen Forsten. Um an weitere Einnahmen zu gelangen, die den Kurfürst Friedrich Wilhelm in die Lage versetzten, sein Heer unabhängig von den Adligen, Ämtern und Behörden zu finanzieren, entschloss er sich, freie Flächen auf landesherrlichem Grund und Boden  gegen einen jährlich an die Schatulle zu entrichteten Grundzins zur Siedlung frei zu geben.

Da es auf Grund der zahlreichen Pechöfen und Aschbuden viele gerodete Flächen in den Wäldern gab,  war es naheliegend, diese als Siedlungsfläche zu nutzen. Als man begonnen hatte, eine Forstverwaltung aufzubauen, waren Wildnisbereiter (Oberförster) und Waldwarte  (Förster) ab Mitte des 17. Jahrhunderts entscheidend, um die Besiedlung voranzubringen. Sie kannten sich in den Wäldern aus, setzten die Verträge (Berahmung) auf und wiesen den entsprechenden Bewerber die gerodeten Flächen zu.

Die Schatullköllmer bekamen für den ersten Bau der Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen meist kostenfreies Bauholz. Sie waren von Scharwerksdiensten und der Unterbringungspflicht für das Militär befreit, Schatull-Bauern mussten nur gelegentlich bei Forstarbeiten und Jagdfuhren helfen. Je nach den Bodenbedingungen waren die „Schatuller“ zudem bis zu 7 Jahre von Steuerlasten befreit und entrichteten ansonsten nur einen jährlichen Grundzins.

Die Sonderverwaltung der Schatullsiedlungen wurde 1713/1714 durch Friedrich Wilhelm I. aufgehoben, die Bezeichnungen und die Rechtsstellung blieben jedoch zum Teil erhalten.

Turoscheln, im Jahre 1938 zu Mittenheide umbenannt, hatte seit 1846 eine einfache Holzkirche, der Patron der Kirche war der preußische König. Es wurde berichtet, die Kronleuchter waren aus Hirschgeweihen. Das Kirchspiel wurde 1848 gegründet, im selben Jahr erhielt Turoscheln seine Schule, später entstanden ein Forstamt, Feuerwehr, Landjägerei, Post  und Gasthäuser. Der Pfarrer, der auch Masurisch sprach, führte ab 1848 Kirchenbücher. In Berliner evangelischen Zentralarchiv (EZA) liegen die erhaltenen Duplikate der Taufen, Trauungen,  und Bestattungen von 1848 – 1874. Die katholischen Bewohner gehörten zum Kirchspiel Johannisburg.

Zum Kirchspiel gehörten im Jahre 1912 die Orte Turoscheln mit Klein Turoscheln und Oberförsterei Turoscheln, Dziatken mit Forsthaus Dziatken und Eichenwalde, Annussewen, Erdmannen mit Hirschtal, Grünheide, Heydick, Karpa, Forsthaus Jegliak, Przyroscheln, Kolonie Samordey, Sdunowen mit Zielonygrond, Klein Spalienen und Forsthaus Klein Spalienen, Tannenheim und Forsthaus Tannenheim, Neu-Uszanny und Forsthaus Neu-Uszanny, sowie Zymna mit dem Forsthaus Zymna.

Neben Turoscheln gab es Schulen in Erdmannen, Grünheide, Heydick, Karpa, Sdunowen und Klein Spalienen. Das Kirchspiel hatte 13 Lehrer, 3.000 Einwohner, davon 1.500 Masuren

Die Bahnstation Johannisburg war 21 km, die von Kurwien 17 km entfernt.

Klein Turoscheln, (Klein Mittenheide, Kleinmittenheide, Turośl Mała) war die Heimat einer Familie, die viele Rätsel aufgibt. Woher sie kam, liegt ihm Nebel der Vergangenheit, ebenso ihre Familienverbindungen.

Es gab nur einige interessante Anfragen, wie sie wohl zusammen gehören, all die Rzadkowski, Rzadkowsky, Radkowski und Ratkowski. Wobei Rzadkowski die ursprüngliche Schreibweise darstellt.

Wer war der Metzger Max Emil Rzadkowski 1

22.9.1907-26.7.1946

Geboren in Klein Turoscheln, gestorben im Kriegsgefangenenlager Brest? Wer waren seine Eltern?

Warum verließ er seine Heimat vor 1930?

Er hatte zahlreiche Geschwister, wer waren sie? Wohin gingen sie? Leben Nachkommen?

Max Rzadkowski, geboren 4.11.1912, gefallen am 21.3.1944 in Frankreich, von Beruf Fleischer und Koch, wie war er mit ihm verwandt? Ist es vielleicht sogar die selbe Person, da es hieß, sein Bruder traf ihn im Wald in Frankreich 1940, danach wurde der Max vermisst?

Friedrich Rzadkowski, geboren 27.11.1875 – war sein Vater ebenfalls Samuel 30.09.1827, wie der des Samuel geboren 26.11.1877? Das Dorf war klein.

Die Namen Samuel, Otto, Emil, Albert, Friedrich und Max waren in allen Familien beliebt, war es eine „Modeerscheinung“, waren es Geschwisterlinien, die die Söhne gleich benannten?

All das liegt im Nebel der Vergangenheit und wartet darauf, enthüllt zu werden.


In den Sagen der Region fand sich diese Geschichte:

Die verräterischen Krähen1

Im Kriege 1812 wurde auch der Kreis Johannisburg von den Franzosen heimgesucht. Das Jahr zuvor war eine große Mißernte gewesen, so herrschte überall Mangel und Not. Und nun kamen noch die Franzosen dazu. – In Dietrichswalde lebte damals eine sehr wirtschaftliche und sparsame Frau mit Namen Rzadkowski. Als die Franzosen anrückten, brachte sie schnell alle Nahrungsmittel in Sicherheit. Nur mit dem Mehl wußte sie nicht wohin. Weil sich aber Brot besser verstecken läßt als Mehl, so backte sie aus allem Mehl Brote, die sie im Stroh des Dachfirsts versteckte. Als nun die Franzosen ins Dorf waren, kamen sie auch zu Frau Rzadkowski. Sie durchsuchten alles nach Nahrungsmitteln, fanden aber nichts. Als sie sich schon darein ergeben hatten, auch hier ohne Brot zu bleiben, bemerkte ein Franzose, wie eine Schar Krähen auf dem Dache saß und immer ins Dachstroh hackte. Der Franzose stieg mit einer Leiter aufs Dach, und fand erst ein angehacktes Brot und danach alle versteckten Brote.
Einige Männer des Dorfes Dietrichswalde hatten vor den Franzosen alles Vieh in eine Waldschlucht zwischen Dietrichswalde und Nieden gebracht.
Als die Frau Rzadkowski die Krähen zum Wald fliegen sah, da schickte sie in ihrer Wut über die verräterischen Vögel einen geheimen Boten zu dem Viehwächter, er möchte alle Krähen im Wald totschießen. Dieser tat es auch. Die Franzosen aber gingen dem Schall der Schüsse nach, und fanden zu dem Brot der Frau Rzadkowski auch noch das Vieh des Dorfes.

Auch wenn in der Geschichte nicht unbedingt die „hellste“ Frau verewigt wurde, so belegt sie doch den räumlichen Zusammenhang und die Schreibweise des Nachnamens. Die ausgiebige Diskussion mit polnischen Namensträgern, die versicherten, der Nachname Rzadkowski steht nicht in Verbindung mit dem Namensträger Jan Rządkowski , jedoch sollte man die Verbindung zwischen Seltenberg und Rzadkowski prüfen, da es in einzelnen Akten zu Umbenennungen des Namens gekommen sein soll, führte zu der Frage, woher kamen diese Namensträger dann.

Dabei stieß ich auf den Ort Seltenberg2:

Im Jahre 1272 als Selderberg erstmals erwähnt, ging der kleine Ort Ende des 16. Jahrhunderts ein und war um 1595 wüst. Das Amt Reifenberg verpfändete die Wüstung 1681 an Kurmainz. Der Kurmainzer Rentmeister ließ 1696 Seelenberg mit zehn Siedlerfamilien aus dem Taunus, dem bergischen Land und der Gegend um Lüttich neu besiedeln. Ab 1806 wurde das Dorf Teil von Nassau-Usingen und damit später des Herzogtums Nassau.

Nun stellt sich die Frage, ob hier einen Zusammenhang besteht, da nach der großen Pestepidemie in Ostpreußen, der rund 240.000 Menschen zu Opfer fielen, der Wiederaufbau (Rétablissement) des Landes zwischen 1709 und 1740 vorangetrieben wurde.

„Preußen ruiniert mich total, das frißt mir auf“, wird der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. zu den Kosten des Wiederaufbaus zitiert. Er ließ daher teilweise unter Zwang „Siedlungswillige“ aus dem Westerwald, Nassau, der Pfalz, der Schweiz, wegen ihres Glaubens aus Salzburg vertriebene Protestanten (Salzburger Exulanten), Lothringer, Waldenser, weiterer deutscher Stämme, aber auch Litauer und Masowier in Ostpreußen ansiedeln. Diese Siedler kamen auch in den Kreis Johannisburg.

Die ersten mir bekannten Rzadkowski in Klein Turoscheln waren die Altsitzerin Catharina (1793-20.11.1866), der Altsitzer Michael (1798-15.5.1862) und der Altsitzer und Schäfer Christian (1799-3.4.1862). Ob Catharina die Ehefrau eines der beiden war, ist mir nicht bekannt.


Schatulle (vom mittellat. Scatola = Schachtel, Schatzkästchen) hieß privater Grundbesitz eines Landesherrn. Es gab Schatullgüter und Schatulldörfer. Im Gegensatz zu Staats- und Hausvermögen (Familienfideikommiss) unterlag das Privatvermögen des Landesherrn der freien Verfügung des Eigentümers sowohl unter Lebenden als von Todes wegen nach den allgemeinen Regeln des Privatrechts, die weder durch staatsrechtliche noch durch privatfürstenrechtliche Sätze modifiziert waren. Jedoch bestimmten viele Hausgesetze landesherrlicher Familien, dass unbewegliche, zum Schatullgut gehörende Sachen, über die der Erwerber bei Lebzeiten (auch testamentarisch) nicht verfügt hatte, bei seinem Tode dem Hausfideikommiß für immer zuwuchsen. Dagegen galt in Preußen für diesen Fall der Rechtssatz, dass solche Güter dem Domänenbesitz des Staates einverleibt wurden. In Preußen beruhte das Finanzsystem des Staates bis 1713 auf dem Unterschied zwischen Domänen- und Schatullgütern, den Friedrich Wilhelm I. zugunsten einer einheitlichen Gestaltung der Domänen aufhob.

  • F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894–1896Seite 391: von Schattenvögel bis Schaube
  • Altpreußische Forschungen. 16. Jahrgang 1939, Heft 2 mit den Aufsätzen: Die Schatullsiedlung in Preußen bis zum Jahre 1714. Teil II. (H. Rieckenberg); Kronprinz Friedrich Wilhelm I., Ostpreußen und der Sturz Wartenbergs (C. Hinrichs); Buchbesprechungen; Bibliographie der Geschichte von Ost- und Westpreußen für das Jahr 1938 (Ernst Wermke). Historische Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung: Verlag: Gräfe und Unze Kommissionsverlag, Königsberg i.Pr., 1939

1Erich Pohl: Die Volkssagen Ostpreussens Edition 3,Georg Olms Verlag, 1994, p56/57
2Philipp Gerstfeldt: Städtefinanzen in Preußen: Statistik und Reformmvorschläge, Duncker & Humblot 1883, p214 (29)

  1. Foto privat. Rzadkowski ↩︎

Kreis Preußisch Eylau

Der Kreis Preußisch Eylau war ein preußischer Landkreis in Ostpreußen, der unter verschiedenen Namen von 1818 bis 1945 bestand.


Ur-Ur-Großmutter Auguste Emilie Neufangs Vater Louis war ein Schuhmacher aus Paresken (Parösken, Pareżki , Preußisch Eylau. Ob seine Ehefrau Rosine Lettau von hier kam, ist nicht bekannt. Beide wohnten später in Wartenburg.

Geboren wurde Louis in Königsberg am 23. Mai 1821 als Sohn des Schuhmachermeisters Johann Neufang und seiner Ehefrau Regina, geborene Hoppensack.

Das Dorf Paresken wurde erstmals 1561 als Poreskenn erwähnt, als der Preußisch Eylauer Amtshauptmann Caspar von Lehndorff dem Schulzen Paul Rosinsky 3 freie Hufen mit Amtsdienst und Waldwacht überließ. Dieser begann die Ansiedlung von Bauern auf den Ländereien. Ab 1616 gehörte das Dorf dem Wolf Heinrich Truchseß von Waldburg auf Wildenhoff und blieb den Nachkommen bis 1820 erhalten. Im Jahre 1820 wurden die Eigentumsverhältnisse in Parösken neu geregelt, es gab 12 Bauernhöfe, nach der Regulierung waren es noch 11 Bauerngüter.

Bereits seit 1739 war eine kleine Schule vorhanden, in die Kirche gingen die Menschen ins 5 km entfernte Buchholz (Bukowiec). Es gab eine kleine Gastwirtschaft und im Jahre 1934 kam das Dorf zum Areal des Truppenübungsplatzes Stablack, sodass es 1935 geräumt werden musste. Man erhielt alle Anwesen und Gebäude des Dorfes, begann jedoch 1937 mit dem Bau des neuen Lagers Süd, das durch eine Ringchaussee an der Platzgrenze mit dem Lager Nord verbunden war. Die Bauarbeiten auf dem Gelände des Dorfes, auf dem vom Abbau Eichen und Teilen der Gemarkung Halbendorf (Półwiosek) dauerten den ganzen Krieg über an.

Das Lager Süd des Truppenübungsplatzes war Stütz- und Ausgangspunkt von militärischen Operationen, die bis Mitte Februar 1945 andauerten. Danach von sowjetischen Truppen besetzt, wurden der Truppenübungsplatz im August 1945 den polnischen Besatzungsbehörden übergeben. Die Polen nennen diesen Militärkomplex „Kamiensk (Stein)“.

Der heutige Ort Pareżki ist jedoch das alte Halbendorf.

In diesem Ort kamen zwei weitere Neufang zur Welt, vermutlich Kinder der beiden, jedoch ist diese Verbindung aktuell nicht belegt. Der Schuhmacher August Louis Neufang, dessen Witwe Marie Johanne Neumann am 24. Juni 1858 geboren wurde. Sie hatten zwei Kinder, Maria, geboren am 29. September 1878 in Paresken und Anna, geboren am 22. März 1881 in Paresken. Beide wurden in Berlin durch ihre Eheschließungen nachgewiesen. Auch Josefine kam aus Paresken, ihr unehelich geborener Sohn wurde am 12. April 1885 ebenfalls in Paresken geboren und heiratete in Berlin. Sicher kein Zufall.


google 2009

Kreis Heilsberg

Der Kreis Heilsberg war ein Landkreis in Ostpreußen und bestand als preußisch-deutscher Kreis in der Zeit von 1818 bis 1945.


Wie bereits berichtet, mein Ur-Ur-Ur-Großvater Christian Freytag war auch Einwohner von Sternberg (Stryjkowo), einem kleinen Dorf im Landkreis Heilsberg mit etwa 600 Einwohnern und bis 1940 ohne Stromversorgung oder Telefon. Sein Sohn Christian ehelichte 1871 in Guttstadt (Dobre Miasto) Augusta Emilie Neufang. Ihr gemeinsamer Sohn Heinrich Johann Freitag  wurde in Sternberg geboren und in Guttstadt getauft.

Der Bischof von Ermland ließ an der Stelle einer altpruzzischen Fluchtburg einen Ort gründen, der im Jahre 1325 als Guthinstat erwähnt wurde. Hier siedelten sich Niederschlesier an, vermutlich daher, dass Lokator Williko aus Neiße, Schulze von Wormditt, wohl zur Verwandtschaft des Bischofs Eberhard von Neiße gehörte, so dass in Guttstadt bis 1945 eine niederschlesische Sprachinsel existierte. Bereits 1329 erhielt Guttstadt das Kulmische Stadtrecht von Bischof Heinrich II. Wogenap (1329 – 1334) und 1371 ein Rathaus. Im Krieg 1414 wurde die Stadt verwüstet, ebenso 1520, als die Bewohner abgeschlachtet wurden. 1721 waren wieder weite Teile zerstört, Napoléons Truppen hausten in der Stadt und am Ende des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt erneut teilweise zerstört und wieder aufgebaut.

Guttstädter Dom

Landkreis Allenstein

Der Landkreis Allenstein war ein Landkreis in Ostpreußen, der von 1818 bis 1945 bestand. Er lag im Ermland, ein Gebiet, das bis zum 13. Jahrhundert von den einheimischen Prußenstämmen bevölkert war. Nach der Eroberung der Gebiete durch den Deutschen Orden kamen Kolonisten aus Deutschland und besiedelten das Land von der Küste aus bis ins Landesinnere. Lübecker Siedler gründeten nach 1270 an der Ostsee Frauenburg und Braunsberg, Kolonisten aus Schlesien gründeten Wormditt, Guttstadt und Heilsberg. Ab 1350 wurden die südlichen Kammerämter Allenstein, Wartenburg, Seeburg, Rößel und Bischofsburg neu besiedelt.


Wie bereits berichtet, wurde meine Ur-Ur-Großmutter Auguste Emilie Neufang in Wartenburg (Barczewo) getauft. Ihr Vater Louis war hier als Schuhmachermeister ansässig, er kam aus Paresken, Preußisch Eylau.

Die Geschichte Wartenburgs (Wartenberg) begann mit der Errichtung eines Bischofssitzes am Nordufer des Wadangsees um 1325 durch den Bischof von Ermland. Nach der Zerstörung durch die Litauer 1354, war der Ort 1364 wieder aufgebaut und erhielt von Bischof Johannes Stryprock Stadtrecht und Kulmer Recht, ein neuer Bischofsitz wurde auf der Flussinsel angelegt.  Der Ort wurde 1410–1414 schwer in Mitleidenschaft gezogen und 1945 erneut zur Hälfte zerstört.

Im 14. Jahrhundert wurde ein Rathaus am Marktplatz, eine einschiffige Hallenkirche (ehemalige Klos­terkirche St. Andreas) und ein Kloster erbaut. 1390 von den Franziskanern, nach der Reformation von den Bernhardiner genutzt, mussten die Gebäude 1810 an den preußischen Staat abgetreten werden und wurden 1834 Strafanstalt, bekannt als „Warminski Alcatraz“.

Wartenburg, Pfarrkirche St. Anna und St. Stephan am Mühlenteich

Ein Brand vernichtete 1594 und 1798  große Teile des Schlosses , es wurde wieder aufgebaut, jedoch nach dem zweiten Brand als Schule genutzt.

Die im 14. Jahrhundert erbaute dreischiffige St.-Anna-Kirche brannte 1798 aus und wurde während des anschließenden Wiederaufbaus mit einem Turm und einem neogotischen Chor ver­sehen.

Mein Urgroßvater väterlicherseits, August Milinski, kam in Hirschberg (Jedzbark) zur Welt, der Ort gehört zum Landkreis Wartenburg und liegt rund 7 km von der Stadt entfernt. Am 12. März 1364 verlieh der Bischof Ermlands Johannes Styprock (~1300–1373) die Handfeste nach dem Kulmer Recht dem Lokator Johann Stebin für ein Dienstgut mit zehn Hufen, zehn Morgen Wiesen und einem Ritterdienst zwischen Sirwindten (Serwent) und Urdinghenen.

Im Mai 1874 wurde aus den Landgemeinden Daumen, Hirschberg, Kirschlainen, Odritten und den Gutsbezirken Daumen und Kutzborn der Amtsbezirk Hirschberg gebildet. 1928/1929 kamen der Gutsbezirk Sadlowo und der Seebezirk (Aarsee) dazu.

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Deutsche Kolonisten

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