Zur Erinnerung an unsere Vorfahren, die als Migranten aus Süddeutschland in die Welt zogen

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Der schwarze Buhmann

Weiz Alexander
Der schwarze Buhmann

Ein Märchen

Von langer, langer Zeit, noch vor der Entstehung des Tier- und Menschenlebens, kam aus dem Universum ein böser Zauberer namens „Schwarzer Hut“ auf die Erde. Er war ein reinblutiger Zauberer von bösen Vorfahren, gekleidet in zwei große schwarze Hüte, und hatte eine schwarze Brille auf der Nase. Einen Hut trug er auf dem Kopf, der andere diente ihm als Kleidung. Er wollte für sich einen bösen Helfer auf der Erde finden. An diesem Tag schien auf der Erde die Sonne, und unter den schwarzen, sehr weiten Ärmeln des Zauberers entstanden Schatten. Der Zauberer erhob seinen magischen kristallklaren Stab und richtete ihn mit seinen hellblauen Strahlen auf den Schatten des linken Ärmels, um einen bösen Kobold zu erzeugen. Es gelang ihm jedoch nicht, den Zauberstab erfolgreich auszustrecken und das erste Zauberwort für seine neue Schöpfung auszusprechen, und schon war sein halbgefertigtes böses Wesen unter der Energie des Zauberstockes als „Schwarzer Schatten“ weggerannt. Es war also kein vollständiger Kobold geschaffen worden. Und er bewegt sich nun auf unserer Erde so schnell wie der elektrische Strom. Blitzschnell kriecht er in die Höhlen, Keller, Löcher und unter verschiedene Steine, aber vor allem fürchtet er sich vor Sonnenstrahlen und Licht. „Der schwarze Schatten“ kommt jeden Abend, jede Nacht zu den ungehorsamen Kindern und jagt ihnen grausige Schrecken ein. Als eine dunkle schattenhafte Gestalt trägt “Der schwarze Schatten„ noch einen langen schwarzen schleifenden Schattensack, beugt sich über das Bett wie ein Schleierband und blickt mit seinen schwarz umschatteten Augen die ungehorsamen Kinder an, steckt sie in seinen Sack und bringt sie in sein Schattenland. Der böse „Schwarze Schatten“ kann den guten Menschen nichts antun, weil sie brav und gehorsam sind und rechtzeitig zu Bett gehen. Von dort verschwindet er sofort, und danach haben alle Kinder süße, sanfte und märchenhafte Träume.

Von Anfang an und bis zum heutigen Tage warnen die Tiere, Vögel und Menschen ihre Kinder, dass sie sich gehorsam und still verhalten, sonst kommt zu ihnen „Der Schwarze Buhmann“ und jagt ihnen Angst und Schreck ein. Die Erwachsenen haben ihn vor langer Zeit von sich vertrieben mit den Worten: “Buhmann, Buhmann, geh ins Schattenland, da ist dein Zuhause!“ In jeder dunklen Ecke kann „Der schwarze Schatten“ stehen, er verkriecht sich ab und zu unter dem Bett oder im Schrank.

Mit der Zeit verschwindet er, und es verschwindet auch sein böser Zauberer „Schwarzer Hut“. Aber der einfache Schatten bleibt bis zum Ende der Welt.

Das Märchen ist zu Ende, aber der Leser und der Hörer können sich das alles noch einmal ruhig durch den Kopf gehen lassen.

Autor: Alexander Weiz

Titelbild: Jutta Rzadkowski

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Der Pfeilvogel

Alexander Weiz
Der Pfeilvogel
Ein Märchen

In grauer Urzeit hatte es auf der Erde eine Vogellegende gegeben. Die lautete so:

Irgendwo in den Himmelshöhen gibt es eine schwebende Paradiesinsel. Auf dieser Insel wachsen nur Bäume, Gras und herrliche Blumen. Da gibt es keine Raubtiere und keine Raubvögel. Alle Vögel waren begeistert von dieser Vogellegende. Jeder Vogel war bemüht, dorthin zu kommen, um dort in Frieden zu leben, aber keiner hatte es bisher geschafft. Alle umkreisten die Erde von Norden bis Süden, von Westen bis Osten, sie flogen immer höher in die Lüfte hinein, in der Hoffnung, diese Paradiesinsel zu finden.

Da lebte zu dieser Zeit auf der Erde ein schneller Pfeilvogel. Er baute jedes Jahr ein Nest auf einem Eichenbaum. Er legte Eier und brütete jährlich drei Pfeilvögel aus.

Aber immer wieder passierte es, dass eines oder zwei der Jungen aus dem Nest fielen. Und diese Küken erwartete dann ein grausames Schicksal: sie wurden von Raubtieren und Raubvögeln aufgefressen. Der Pfeilvogel war jedes Mal bemüht, seine Küken zu finden, aber immer vergebens. Enttäuscht gab er die Suche auf. Was er aber nicht aufgab, war die Hoffnung, eine Stelle auf dieser Erde zu finden, wo es keine Raubtiere und keine Raubvögel gibt. Bis jetzt hatte er solch eine Stelle nirgends gefunden.

Auch in diesem Jahr brütete er wieder drei junge Pfeilvögel aus. Die Vögel waren klein und unerfahren. Sie versuchten, aus dem Nest zu fliegen. Eines von ihnen schlug ungeschickt mit den Flügeln und stürzte in die Tiefe hinab, aber da unten war schon sein Schicksal besiegelt.

Eines Tages verließ der Pfeilvogel alle seine Artgenossen, um für seine künftige Brut einen sicheren Platz auf der Erde zu finden. Und da kam ihm die alte Vogellegende von der Paradiesinsel in den Sinn.
Sein Ziel war jetzt, weiter und höher zu fliegen, um die schwebende Paradiesinsel zu erreichen.

Der Pfeilvogel schwang sich mit seinen breiten Flügeln in die Luft, stemmte sich gegen den Wind, jauchzte erfreut auf und schwebte über Flüssen und Wäldern. Eines Tages erreichte er den Gipfel des höchsten Berges der Erde, und da gingen ihm plötzlich die Kräfte aus, er ließ sich erschöpft nieder und ruhte aus. Danach erhob er sich wieder in die Lüfte, breitete die kräftigen Flügel aus und erstarrte in der Luft. Und da geschah ein Wunder. Auf seiner Suche nach der schwebenden Paradiesinsel begegnete er einem Wunschzauberer, der auf der schwebenden Paradiesinsel lebte und gerade auf dem Weg zur Erde war.

Da sprach ihn der Pfeilvogel an: „Hilf mir, Zauberer, die schwebende Paradiesinsel zu erreichen!“ Da sagte der Zauberer: „Allen, die ich auf meinem Weg zur Erde oder zur schwebenden Paradiesinsel treffe, kann ich einen Wunsch erfüllen.“
„Ach“, sagte der Pfeilvogel, „ich möchte doch so gerne die Paradiesinsel erreichen und dann gleich wieder zu meinen kleinen Jungen auf die Erde zurückkehren.“
Der Wunschzauberer berührte mit seinem Zauberstock den Pfeilvogel und sagte zu ihm: „Es soll so geschehen, wie du dir es wünschst.“

Der Pfeilvogel machte nur einige Flügelschläge, und schon befand er sich auf der schwebenden Paradiesinsel. Das war ein berauschender Anblick, er kam aus dem Staunen nicht heraus. Er hörte plötzlich die Bäume sprechen. Sie kämmten sich und ließen ihr Blätterhaar in verschiedenen Farben spielen, ihre Stämme wechselten ihre Borkenanzüge. Er hörte das Gras sprechen und sah, wie es sich wusch, Morgengymnastik machte, ein Sonnenbad nahm und mit den Tautropfen Ball spielte. Und die Blumen, die dort so unbekümmert blühten und herrliche Düfte ausstrahlten.

Aber das allergrößte Wunder auf dieser Insel war der Obstschafbaum. Er strahlte von innen unglaubliche Energie aus. Auf dieser schwebenden Paradiesinsel herrschte nur Frieden, Freude und große Liebe.

Der Pfeilvogel sah den Obstschafbaum von oben bis unten an und fragte ihn dann: „Schafbaum, erlaube mir bitte, von deinen Ästen einige Energiefrüchte zu pflücken!“ Er bekam die Erlaubnis und aß sofort eine Frucht auf. Und er spürte plötzlich eine unglaubliche Energie. Und er nahm noch etwas für unterwegs mit. Eine hielt er im Schnabel, zwei in den Fußkrallen. Und er glitt stolz von der Paradiesinsel zur Erde hinab.

Aber mit welcher großen Freude wurde er auf der Erde empfangen, als er mit den drei Obstenergiefrüchten ankam. Alle Vögel wollten wissen, was das auf sich hatte mit der unglaublichen Geschichte mit der schwebenden Paradiesinsel.

Der Pfeilvogel gab seinen Jungen etwas von diesen Früchten und fraß auch selbst etwas davon. Und sofort bekamen sie unglaubliche Energie. Alle schwangen sich in die Luft, mit ihren wohl gebauten Flügeln, streckten stolz die Hälse aus und schrien frohlockend. Sie zogen drei Kreise in der Luft und verschwanden in den Höhen des Himmels.

Alle Pfeilvögel kamen glücklich auf der schwebenden Paradiesinsel an. Und niemals dachten der Pfeilvogel und seine Jungen wieder zur Erde zurückzukehren, und man sah auch nie wieder Pfeilvögel auf der Erde.

Bis heute noch schreien alle Vögel zum Himmel und suchen nach der schwebenden Paradiesinsel, aber sie werden sie nie finden. Ihr Instinkt treibt sie in die Luft, und sie fliegen höher und höher in der Hoffnung, diese Insel zu finden. Aber alles vergeblich.

Wenn diese Insel im Himmel noch nicht verschwunden ist, dann leben die Pfeilvögel bis heute noch dort ein glückliches Leben.

Das Märchen ist zu Ende, aber der Leser und der Hörer können sich das alles noch mal ruhig durch den Kopf gehen lassen.

Autor: Alexander Weiz

Titelbild: Jutta Rzadkowski

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Alexander Weiz

An dieser Stelle möchte ich die literarischen Werke von Alexander Weiz vorstellen, welche er mir freundlicherweise zur Veröffentlichung zugeschickt hat.

Über sich selbst schreibt er:

Alexander Weiz, geboren 1960 in Sibirien im Dorf Ljubjanks, Gebiet Omsk. Nach der Absolvierung der Mittelschule und dem Wehrdienst bei der Luftwaffe erfolgte eine Berufsausbildung als Schweißer in Omsk. In Deutschland lebend seit 1994, wohnt er in Wuppertal. Er ist verheiratet, hat drei Kinder.

Seine Freizeit widmet er der deutschen Folklore und anderen kreativen Tätigkeiten. Interessiert sich für alte Deutsche Sitten, Bräuche, die Bezug zur deutschen und russlanddeutschen Kulturgeschichte haben – historische Gegenstände, Legenden, interessante Vorfälle, Fabeln, Humoresken, Beschreibungen von herkömmlichen Spielen, Weihnachts- und Ostersitten, Heirats- und Begräbnisbrauchtum, alte deutsche Küchenrezepte und vieles mehr.

Aus diesem Wissensschatz heraus schreibt er Märchen, Gedichte und Aphorismen, veröffentlicht in Zeitungen und Zeitschriften.

2011 erschien sein erstes Buch in deutscher Sprache, „Der Pfeilvogel“. Gedichte, Märchen und Aphorismen.“

2013 bekam er den ersten Preis im Robert-Weber Wettbewerb für seine deutschen Gedichte.

Von Herrn Weiz an mich gesendet ist seine Geschichte in Volk auf dem Weg 4/2016 Seite 171

Eine Begrüßung an alle Leserin und Leser!

Ein äußerer und innerer Blick in das Portal „Deutsche Kolonisten“
Liebe Damen und Herren und Liebe Kindern!
Ich grüße Euch herzlich und freue auch mich herzlich, dass meine Geschichten gut angekommen sind. Ich denke, dass die Menschen im Portal für verschiedene Geschichte und Märchen in ihrem Herzen Platz haben. Ich hoffe, dass Ihnen diese Geschichte, Gedichte, Märchen und anderes zusagt. Weil ein gutes Märchen und Geschichten begleiten den Mensch ein Leben lang und macht für ihn die Welt bunt und nicht grau. Jedes von mir geschriebene Märchen soll bei Kindern und Erwachsenen Erwachen nur für Gutes und nicht für Schlechtes dienen. Mein Motto heißt: „Lest einem Kind ein Märchen – zum Traum, lest einem Jugendlichen ein Märchen – zur Phantasie, lest einem Erwachsenen ein Märchen – zur Überlegung“. In der früheren Zeit Grimms gab es bei dem Volk viele gute und erziehende Märchen, deshalb hatten die Brüder Grimm sie gesammelt und verarbeitet und sie zum Volk gebracht. Das hat mich fasziniert, deshalb habe ich versucht, erziehende Märchen zu schreiben. Ob es mir gelungen ist oder nicht, dass weiß ich nicht, über das entscheidet der Leser, Leserin, das Volk und die Zeit.  Ich hoffe, dass die Bilder nicht allein den Kindern gefallen, sondern auch der Jugend und den Erwachsenen.

Liebe Leserin und Leser, ein Mensch soll immer ein Blick ins Äußere und Innere dieses Portals „Deutsche Kolonisten“ haben. Für uns Leserin und Leser bringt dieses Portal viele gute Geschichten und vieles für unseren Wissensbedarf. Für die Kinder sollen meine Märchen zu Herz und Seele sprechen. Ein Portal oder Buch soll immer voll bunter Ideen und gemalten Bildern sein. Und es geht um die Geschichte, dann soll das Wort voller Wahrheit sein und leuchtend wie eine Laterne. Die ausgewählten Geschichten im Portal „Deutsche Kolonisten“ und anderes, soll den Leserinnen und Lesern richtige Gedanken geben und soll alle Leser inspirieren. Für Eure stillen Lesenstunden sollen alle Seiten immer Zufriedenheit und gute Gedanke bringen.

Was suchen wir Leser in der eigenen und in der Weltgeschichte, die wahren Ereignisse aller Zeiten. Die Weltgeschichte im Portal „Deutsche Kolonisten“ sollen nicht nur wie ein Lesebuch für Sie sein, sie sollen für alle Leserinnen und Leser zu einem Nachschlagewerk werden. Wir alle wissen, dass die aufgezeichnete Geschichte das Gedächtnis der Völker ist. Der Beginn der großen Auswanderung der Deutschen aus Deutschland in der Zeit der Katharina der Großen und die Auswanderung bei Alexander dem Ersten sind wichtige Daten der Russlanddeutschen Geschichten dieser Zeiten.  

Und zum Schluss möchte ich sagen: „Der Erfolg eines Portales oder Buches liegt immer beim Leser, Leserinnen und beim Volk.“

Ob es mir gelungen ist, das weiß ich nicht, das zeigt die Zeit. Ich wollte nur für dieses gutes Portal einen Beitrag als Dankeschön für Sie bringen.

Mit herzlichen Wünschen,
Alexander Weiz
Wuppertal  19.04.2025      

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ein Buch, Zeitung, Zeitschrift bleibt für die Ewigkeit. Man stellt oder legt es vielleicht in den Schrank und vergisst es, doch irgendwann fällt es wieder in die Hände und dann denkt man an das, was man damit verbindet und plötzlich wird das Buch, Zeitung, Zeitschrift, was man in den Händen halt, zu einem Schatz. Ich selber bin ein sehr großer Kinderfreund und freue mich auf zukünftigen Veröffentlichungen. Ich möchte nur den Menschen eine Freude machen, ob groß oder klein. Alle meine Märchengedanken sind im Kopf wie auf einem weißen Blatt gelegt und sind tief aus dem Herzen herausgegeben, an meinem kleinen und großen Leser.

„Ein Buch, Zeitung, Zeitschrift soll man immer lesen und in den Händen halten, wie ein Schatz“.

Mit besten Wünschen,

Alexander Weiz

Zu den eingesandten Geschichten, die hier veröffentlicht wurden:

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Weitere Veröffentlichungen:

woanders veröffentliche Geschichten auf Russisch:

  1. Nina Paulsen, Reinhold Schulz: Ringelstock und vieles mehr – Alexander Weiz ist passionierter Sammler der deutschen Folklore in: Volk auf dem Weg 4/2016 p17 https://lmdr.de/wp-content/uploads/2020/04/04-2016-VadW.pdf ↩︎

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