Die Anwerbung

Mit dem Ukas der Zarin Katharina II. an den Senat vom 4. Oktober 1762 :

„Da in Rußland viele öde, unbevölkerte Landstriche sind, und viele Ausländer uns um Erlaubnis bitten, sich in diesen öden Gegenden anzusiedeln, so geben Wir durch diesen Ukas Unserem Senat ein für allemal die Erlaubnis, den Gesetzen gemäss und nach Vereinbarung mit dem Kollegium der auswärtigen Angelegenheiten – denn dies ist eine politische Angelegenheit – in Zukunft alle aufzunehmen, welche sich in Russland niederlassen wollen, ausgenommen Juden. Wir hoffen dadurch, den Ruhm Gottes und seiner rechtgläubigen, griechischen Kirche, sowie die Wohlfahrt des Reiches zu mehren.“

Katharina

„Dasselbe gilt für alle russischen Uebersiedler.“

Katharina

Auf einen beigefügten Zettel an den Generalprokureur Alexander lwanowitsch Glebow wies Katharina an:

„Dieses Manifest soll in allen Sprachen veröffentlicht und in allen ausländischen Zeitungen abgedruckt werden. Den 4. December 1762.“

Katharina

begann eine massive Werbung in Europa. Um den Zustrom der Auswanderungswilligen zu koordinieren, ihre Papiere zu bearbeiten und sie in Trupps nach Russland zu senden, bevorzugt über den Wasserweg, da günstiger im Transport, wurden Sammelplätze benötigt.

In der Vorbereitung warb der kaiserlich russische Gesandte in Regensburg, Sitz des deutschen Reichstags, bei den Landesfürsten und deren Abgesandten, um die Erlaubnis zur Einrichtung dieser Plätze. Gefordert wurden örtliche Unterkunft, gegen Bezahlung das Stellen von Nahrungsmitteln und anderen Gebrauchsgütern. Dies schien die Landeskassen nicht zu belasten und die deutschen Fürsten stimmten dem Unterfangen zu.

Der anhaltinische Gesandte in Regensburg, von Pfau, bestimmte zunächst Coswig als geeignet, um von dort die Ankommenden über die Elbe nach Hamburg und weiter nach Lübeck einzuschiffen. Dort sollten sie dann im Sammellager Lübeck bis zur Weiterreise ins russische Reich verbleiben.

Der Zerbster Fürst Friedrich August, jüngerer Bruder der Zarin, bestimmte jedoch den Zollplatz Roßlau, nur 15 km stromabwärts von Coswig, als „bequemer“ für die Kolonisten.

Daraufhin wurde Roßlau als Elbhafen in einem Erlass der Zarin benannt und es wurden Schiffer durch den ab dem 2. September 1765 im Gasthof „Zum Schwarzen Bären“ logierenden Reisekommissar in russischen Diensten, von Monjou, angeworben.

Ausschnitt aus: Isaak Jacob Petri: Gantz Neue Und Vollstaendige Geographische General=Charte vom Gantzen Churfürstenthum Sachsen mit allen einverleibten dazu gehörigen marggraffthümern, Fürstenthümern, Grafschafften, Stifftern und Herschafften auch andern fremden angrentzenden Laendern . . . 1763

Der Capitain der russischen Kolonie Catharinenlehn an der Wolga, J. G. von Kotzer, wohnte in Coswig. Er war ein Agent des Werbers Ferdinand Philippe Baron de Caneau de Beauregard, der als Gründer der Kolonie Marx an der Wolga gilt. Die Kolonien Kaneau und Beauregard wurden nach selbigem benannt, Ernestinenfeld und Philippsfeld nach seinen Kindern, Susannental nach seiner Frau.

Die Werberaufrufe verfehlten ihre Wirkung nicht, von Pfau berichtete in Regensburg am 2. Mai 1765, dass sich tatsächlich unter der Führung eines gewissen Florentin ein Trupp von 300 Seelen eingefunden hat. Am 1. Juni trafen weitere 100 Personen ein, am 12. Juni 150 und kurz darauf weitere 250 Personen. Vom ersten Trupp wurden 50 Paare getraut, bis August waren es 215 Paare und wohl 2365 Personen, die eintrafen. Auf im darauffolgenden Jahr meldete von Kotzer neue Transporte an.1

Für die Roßlauer und das kleine Fürstentum wurde die Kolonistenschwemme jedoch zur ernsthaften Bedrohung. Sie hatten seit Jahren ein schweres Auskommen, seit 1758 zahlten sie so hohe Steuern und Abgaben, das viele ihre Schulden im Jahre 1800 noch nicht getilgt hatten. Im Oktober 1760 zog unter dem preußische König Friedrich II. eine Armee von etwa 160.000 Mann durch Roßlau über die Elbe, mit allem, was bei Durchmärschen an Schäden hinterlassen wurde, blieben die Roßlauer zurück.2

Der Bürgermeister der Stadt, Johann Christian Bölke, beschwerte sich am 18. März 1766 bei der Regierung, dass sowohl die Einquartierungen der Kolonisten die finanzielle Kräfte der Bürger übersteigen, als auch die Stadt in der Zahlung an die Rekruten und Kommandeure, die nun in der Stadt seien zur allgemeinen Sicherung. Es wurde der Ausbruch einer Feuersbrunst befürchtet durch die Unvorsichtigkeit der Kolonisten. Die Vorschusszahlung von 500 Louisdor durch A. Mussin-Puschkin, Vertreter der russischen Kreise, waren längst aufgebraucht.

Die Lage verschlimmerte sich durch harten Frost und die zugefrorene Elbe, die Kolonisten lagerten unter erbärmlichsten Umständen, von Kotzer schrieb am 13. März 1766:3

Die Leute können doch nicht auf der Straße liegen; ich verlange ja nur ein Dach und das nötige Lagerstroh, und daß Brot, Fleisch, Bier und Branntwein zum Verkauf bereit gehalten werden…

Der Bürgermeister hielt dagegen:

… dass die Armen aus Mangel an Geld vor den Türen der Einwohner um Brot, Holz und Stroh betteln.

Auch der Pfarrer klagte, die Kolonisten seien so arm, sie können kaum die Amtshandlung zahlen, vermutlich mit ein Grund, weshalb er in seinen Ausführungen im Traubuch so sparsam war an Worten.

Ab April 1766 wurde daher der Gasthof „Zum Schwarzen Bären“ als Kolonistenunterkunft genutzt.

Wem noch unbekannt, daß Ihre Russische Kaiserliche Majestät Leute, so nehmlich Proffesion oder Ackerwerk verstehen, annehmen lasse; So wird dieses hiermit bekannt gemacht: Zu Roßlau bey Dessau im Schwarzen Bären werden sie Verpflegung erhalten, auch wird vor alles bestens gesorget werden. Nehmlich der Gastwirth Hoffmann bezahlet jedem Mann täglich vier Groschen sechs Pfennige, dabey frey Quartier und Transport, insgleichen werden ledige Frauenspersonen zur Verheurathung verlanget und angenommen, es muß sich aber ein jedes bald möglichst daselbst einfinden, weil der Commissarius binnen 4 Wochen nach Sankt Petersburg abgehet. Geschrieben den 12. April 1766

Von Kotzer blieb kurz darauf den Roßlauern in unrühmlicher Erinnerung, nachdem es zu einer Gasthausschlägerei zu Ostern 1766 unter den Kolonisten kam. Von Kotzer galt als Hauptschuldner und Verantwortlicher für die Kolonistenangelegenheiten, dachte jedoch nicht daran, den Schaden für den Wirt, das Eingreifen der Militärwache und die Behandlung der neun Verwundeten von 33 Rtl. 55 gr. 8 Pf. zu zahlen. Die Anhalt-Zerbstsche Regierung beschwerte sich daher bei der russischen Regierung über ihn. Noch Jahre nach seiner Abreise gab es Gläubigerforderungen bis nach Annaberg und Dresden von über 2000 Rtln.4

Auch dem Fürstenhaus gefielen diese Kolonistenanwerbungen ganz und gar nicht, man fürchte eine Abwanderung junger, kräftiger Männer – und Steuerzahler – und untersagte die Auswanderung derselben am 8. Oktober 1765. Daher duften nur vier Roßlauer Frauen heiraten und mitziehen.

Der Zerbster Geheime Archivrat Professor Dr. phil. Hermann Wäschke (1850-1926) zählte insgesamt 3440 Kolonistennamen in den Archivbeständen des Landes.5

Lehrer und Heimatforscher Max Wolff (1866-1934)6 aus Roßlau schrieb die Namen der Kolonisten in den Kirchenbüchern ab und veröffentlichte diese im Artikel Roßlau in Anhalt als Sammelpunkt „russischer Kolonisten“ 1765 und 1766 erschinen 1923 in der Wolgadeutsche.7

Die übernommenen Daten sind hier leicht verkürzt wiedergegeben und ohne Gewähr auf Richtigkeit, da die Kirchenbücher nicht selbst eingesehen wurden, sie sind ausschließlich vor Ort einsehbar, nicht online!

Aus den Traubüchern 1765-1766:

28.05.1765Anton Windhold oo Rosina Gerber
Martin Vogel oo Sabina Fick
Gottfried Adam Stecher oo Maria Anna Hoch
Johann Kaspar Probst oo Anna Margaretha Seybold
Johann Egge oo Barbara Hech
Petrus Köllermeier oo Maria Magdalena Fich
Johannes Suttner oo Dorothes Geigler
Anton Aue oo Magdalena Schönberger
Nicolaus Kleyn oo Catharina Rupp
Jacob Weyreich oo Hannata Bläsiuß
Johann Sterzer oo Dorothea Inhoff
Peter Schönberger oo Cathaina Lick
Andreas Leißel oo Johanna Deml
Kaßper Bibus oo Anna Maria Meister
Adam Zahn oo Caroline Schreyner
Christoph Wilhelm Schuller oo Catharina Weßnich
Anton Kaßner oo Barbara Laber
Christian Patz oo Catharina Barbara Baumheml
Heinrich Wilhelm Geter oo Anna Maria Leber
Franz Peter Brungart oo Anna Maria Müller
Friedrich Jäckel oo Maria Margaretha Wulff
Jacob Meyer oo Barbara Hoch
Adam Braun oo Klara Schaub
Jacob Kullmeyer oo Maria Christiana Prister
Johann Bruner oo Anna Maria Mattiß
Johann David Appel oo Maria Eva Weber
Johann Adam Hutzer oo Anna Brinhin
Johann Graff oo Anna Maria Ostermeier
Johann Gottlieb Gantzen oo Maria Antonia Henne
29.05.Matthia Pohß oo Anna Maria Wucher
Johann George Herrmann oo Anna Maria Berg
03.06.Stephan Dittmann oo Maria Klewitz
Staphan Gärtner oo Engel Jakobi
Johann Reisach oo Elisabeth Magdalena Kantehuber
Johann George Zier oo Margarethe Wolf
Joseph Hecht oo Catharina Meseler
Joseph Sowalter oo Maria Anna Caßpar
Johann Dometri oo Anna Maria Jacobi
17.09.Conrad Becher oo Christiana Elisabeth Lohrentz
Andreas Böhme oo Dorothea Christiana Herklotzsch
22.09.Johann Heinrich Karl Eckart oo Sophia Elisabeth Backe
Johann Justinus Hille oo Charlotte Wilhelmine Kühne
Johann Heinrich Sachße oo Charlotte Sophia Wilhlemnina Knittel
23.09.Johann Wittenbeck oo Sophia Christina Schreiber
Jojann Jacob Wels oo Johannes Sophia Leo
Johann Christian Schumacher oo Anna Elisabeth Hahnen (eine Witwe)
24.09.Friedrich Wilhelm Drimet oo Magdalena Margarete Bräutigam
16.01.1766Johann Friedrich Regler oo Anna Sophia Hesekop
31.03.Friedrich Pazold oo Elisabeth Feßel
Martin Feßel oo Johanna Catharina Dorothea Lorber
Meister Johann Christoph Kramer oo Maria Justina Müller
04.04.Johann Siegmund Kiesling oo Charlotte Anna Maria Förster
Gottfried Thiele oo Anna Maria Richter
Johann Jacob Arendt oo Maria Dorothea Erlich
Andreas Krögel oo Sophia Böthger
06.04.Johann Christoph Handschuh oo Johanna Louise Hannewaldt
Jacob Zweygard oo Catharina Jahn
Carl Gröter oo Johanna Maria Pfeil
George Stoltze oo Maria Dorothea Müller
Johann Karl Hübner oo Anna Dorothea Schmied
Johann Gottfried Klemann oo Anna Elisabeth Retz
Johann Gottfried Göricke oo Johanna Sophia Lehmann
Andreas Gros oo Maria Catharina Spech
Johann George Staff oo Maria Elisabeth Hanke
Johann Christian Werner oo Sophia Elisabet Freßdorf
Johann Christian Hanke oo Dorothea Sophia Karst
Peter Anton Beltsch oo Dorothea Elisabeth Winkler
Johann Gottfried Borsdorff oo Johanne Louise Tunder
Johann August Holde oo Eva Dorothea Meyer
07.04.Gottfried Werner oo Rosina Catharina Heidenreich
Christian Friedrich Schuster oo Maria Sophia Hedicke
Gottfried Carl oo Maria Elisabeth Fliegel (Flügel! Braut aus Roßlau)
Johann Lohrens Kiltz oo Maria Elisabeth Wegner
08.04.Johann Michael Hummel oo Elisabeth Vogt
Johann Gottlob Himmelreich oo Maria Elisabeth Schröder
Monsieur Violette oo Madmoiselle Marianna Antoniana Zerzog
Erdmann Beryer oo Catharina Elisabeth Liebrecht
Heinrich Müller oo Maria Sophia Hentze
Gottlieb Schumann oo Maria Sophia Liebrecht
Samuel Goricke oo Johanna Christiana Uhlemann
Johann Gottfried Meyferth oo Dorothea Elisabeth Ost
Andreas Jacob König oo Catharina Dorothea Neumann
Ludwig Pille oo Maria Regia Lehmann
David Deich oo Johanna Christiana Henrijette Zöllner
Johann Carl Franke oo Christiana Sophia Teller
Meister Conrad Christoph Riemer oo Christiana Charlotte Spretz
09.04.Johann Friedrich Beck oo Christiana Augusta Hintze
Johann Heinrich Liebrecht oo Christiana Siebert
George Wilhelm Kirchner oo Margarethe Hentze
Martin Friedrich oo Barbara Elisabeth Wiese
Daniel Stichler oo Maria Gebhardt
Andreas Quindt oo Charlotte Sophia Löber
Christoph Leigs oo Henrijette Wilhemina Friederika Zöllner
Christoph Schesch oo Maria Catharina Schmied
Gottlieb Retz oo Maria Christiana Graff
Christian Töpper oo Dorothea Hoppe
Andreas Kellermann oo Johanna Maria Wagner
Johann George Krümmel oo Anna Magdalena Dittmann (Braut aus Roßlau?)
10.04.David Krieger oo Maria Elisabeth Rückemeister
Christoph Lübbecke oo Anna Sophia Breyer
Lebrecht Jost oo Dorothea Sophia Härtel
Johann Gottlieb Krause oo Sophia Friederika Schröter
Meister Johann Andreas Weydenhahn oo Maria Sophia Müller (Tochter des Schuhmachermeisters Müller aus Roßlau)
Christoph Baltzer oo Christiana Sophia Ebert
Johann George von Brün oo Johanna Dorothea Ostwaldt
Christian Gottlieb Herfurth oo Maria Elisabeth Kleinmuth
Johann Heinrich Henkel oo Johanna Catharina Elisabeth Jänicke
Johann Christian Weigand oo Susanna Maria Huhn
Christoph Scheffler oo Maria Dorothea Specht (Braut aus Roßlau)
Johann George Schröter oo Anna Rosina Jung
16.04.Johann Christian Heine oo Anna Elisabeth Zander
Friedrich Gottlob Temmig oo Anna Catharina Langhobel
Gottfried Kaßner oo Eva Catharina Walther
Joachim Stomann oo Maria Dorothea Kronemann
30.04.Johann Meußel oo Eva Marie Rückert
Johann Gottfried Hennig oo Maria Schmidt
Johann George Schmidt oo Anna Christiana Seehausen
Johann Bräutigam oo Anna Maria Krieger
Johann Christoph Seuring oo Juliana Frömmigen
Johann Heinrich Stengeler oo Johanna Susanna Leitweiler
George Friedrich Graßmey oo Johanna Sophia Naumann
06.05.Friedrich Michaelis Berke oo Johanna Louise Wetzstein
Johann Arendholtz oo Maria Stegemann
08.05.Christian Stenbarth oo Johanna Christiana Schmidt
Johann Friedrich Stieglitz oo Maria Sophia Müller
Johann Andreas Winkler oo Anna Rosina Fischer
Christoph Stolle oo Maria Elisabeth Grünberg
09.05.Johann Jacob Kumringer oo Maria Louise Gruber
Johann Christoph Meyer oo Maria Elisabeth Goldhorn
11.05.Georg Schütze oo Christiana Dorothea Rost
Heinrich Koch oo Maria Sabina Pröse
Frans Andreas Rudolph oo Johanna Catharina Elisabeth Eichhorn
Christian Seifert oo Maria Elisabeth Eichner
12.05.Johann Heinrich Dicker oo Christiana Elisabeth Bergt
20.05.Joseph Heiny oo Margaretha Kozian
Johannes Milecker oo Catharina Hengst
Johann George Feckenbusch oo Margarethe Milecker
Jacob Meier oo Anna Margaretha Müller
Daniel Hahnart oo Anna Barbara Wolff
George Ludwig Dim oo Anna Margaretha Hiebler
Johann George Hartmann oo anna Margarethaa Stecker
Johann Rein oo Anna Margaretha Biel
Johann Martin Lobinger oo Elisabeth Straß
22.05.George Winkler oo Kunigunda Beyer
Elekzius Weilitz oo Kunigunda Biller
Joseph Kamm oo Barbara Zimmer
Markus Waltz oo Anna Maria Mertin
Vollmann Benjamin Lutze oo Catharina Erbig
Michael Lutze oo Elisabteh Kesisch
25.05.Johann Siegmund Krauswaldt oo Sophia Henrijette Herbst
27.05.Anton Brandecker oo Catharina Elisabeth Mayer
Samuel Schultze oo Kunigunda Reuß
29.05.Johann Michael Schupphard oo Veronica Schiesdetzk
01.06.Christoph Jeremias Kermicke oo Maria Elisabeth Seidenzahl
Nicolaus Schmied oo Anna Margarteha Hirsch
Peter Salomon oo Anna Maria Detisch
Peter Lukas oo Margaretha Beltz
Joseph Gruber oo Maria Magdalena Heinler
Benedictus Weise oo Engula Vizum
Johann Friedrich Richter oo Magdalena Fansch
02.06.Christoph Ritzmann oo Margaretha Schack
Gottfried Born oo Margaretha Weißenzahn
03.06.Johann Jacob Wied oo Ursula Hekel
Johann Gottlieb Hort oo Maria Hähnel
08.06.Friedrich Ebenholtz oo Rosina Weyrauch
09.06.Johanna Friedrich Primo oo Catharina Elisabeth Ungerbell
Nicolaus Wodie oo Catharina Wede
10.06.Joseph Metzel oo Maria Geyer
Jacob Hebel oo Maria Koch
Joseph Otte oo Maria Munar
12.06.Siegmund Wegener oo Anna Eleonora Korn
Andreas Kindermann oo Maria Kirstein
13.06.Christian Gottlieb Richter oo Johanna Catharina Hebel
Christoph Meyer oo Maria Helena Weber
16.06.Johann Christoph Kerting oo Catharina Magdalena Berger
18.06.Hermann Habetits oo Maria Riedel
Friedrich Tubach oo Catharina Scheidberger
Abraham Stephan oo Catharina Neureuter
George Michael Vöschel oo Barbara Fechinger
Wolffgang Held oo Catharina Mertin
Johann Pommer oo Elisabeth Dietrich
Caßpar Keller oo Elisabeth Meißner
Leopold Seckt oo Margaretha Reinhardt
Andreas Beßelt oo Rosina Hemliml
Hanß Lang oo Elisabeth Helmlein
Christian Richter oo Johanna Elisabeth Walther
22.06.Sebastian Fischer oo Ursula Wagner
Hartmann Holtzmann oo Friederique Schultze
George Wiedewalt oo Barbara Rotter
Johann Christoph Lemm oo Anna Maria Eber
26.06.Karl Friedrich Rauschenbach oo Sophie Friederique Gruna
Johann Elias August Stötzer oo Maria Schmidt
Sebastian Milotter oo Barbara Jünger
Johann Sapper oo Margaretha Hoffmann
28.06.Jacob Dippolt oo Margaretha Schaffer
29.06.Johann Ludwig Bandel oo Anna Dorothea Kallopp
Balthasar Dippoldt oo Elisabeth Lücklein
Adam Bauer oo Anna Catharina Fröde
Christoph Stich oo Elisabeth Baltzer
30.06.Anton Beintrog oo Margaretha Hoffmann
03.07.Johann Samuel Minderlein oo Maria Louise Kentzker
17.07.Johann Christoph Wiesecke oo Anna Maria Hartmann
20.07.Johann Leonhardt Schäffer oo Anna Elisabeth Weisenfeldt
03.08.Johann George Hentze oo Anna Elisabeth Bährendt
17.08.Michael Müller oo Anna Elisabeth Buber
18.08.Christian Andreas Wagner oo Johanna Sophia Weiler

Aus den Taufbüchern 1765-1766

30.05.1765 Johann Philipp, Gottlieb Lehrigts, eines Colonisten Söhnlein, get. Sr, Rußisch Kays. Maj. Pathen: 1. Johann Philipp Kunsmann, 2. Frau Anna Rosina Kunsmann. 3. Heinrich Landert. 4. Gottlieb Lehrigt, der Vater. (Die Paten sind sicher Kolonisten gewesen, da diese Namen keine Roßlauer trugen.)
21.03.1766Augusta Sophia, Mstr. Christian Albrechts, eines Rußisch Kolonisten Töchterl. get. Pathen: 1. Frau Christian Dorothea Sophia Kochin. 2. Mstr. Andreas Hilmer Arnholdm Bürger, Brauer und Schlößer. 3. Frau Johanna Augusta Byerin, Mstr. Rudolph Beyers Beckers Ehefrau. (Wohl alle drei Roßlauer Einwohner)
06.04.Johann Friedrich Christian Betsches, eines Rußisch Kolonisten Söhnl. get. Pathen waren: 1. Mstr. David Ahlberg, ein Kolonist. 2. Frau Maria Schorlippin, eine Kolonistin. 3. Levin Marker, ein Kolonist.
08.04.Johann GottliebFriederich Leberecht, Jakob Zweigarts, eines Rußisch Kolonisten Söhnlein get. Pathen waren: Herr Ferdinand August von Uechtritz, Capitain von der Colonie. 2. Jungfr. Friederica Sophia Schirmerin alhier. 3. Herr Gottfriedt Mahler, Hochfürstl. Buchhalter alhier. (Die beiden lezten sind Roßlauer Einwohner)
09.04.Anna Elisabeth, Carl Wilhelm Meißners, eines Rußisch Kolonisten Töchterl. get. Pathen waren: 1. Maria Elisabeth Sachßin, eine Kolonistin. 2. Johann Gottfried Tritschler, ein Kolonist. 3. Johanna Müllerin, eine Kolonistin.
10.05.Catharina Dorothea, Johann Jacob Annerts, eines Rußisch Kolonisten Töchterlein get. Pathen: 1. Frau Christiane Dorothea Kochlin, verwitwete Amtmännin. 2. Herr Ferdinand August von Uechtitz, Capitain vond er Ruß. Colonie. 3. Frau Friederica Amalia Hoffmannin, Gastworthin aus dem schwartzen Bär, alhier. (Nr. 1 und 3 sind Roßlauer Einw.)
27.05.Maria Dorothea, Friedrich Krebßes, eines Rußisch Kolpnisten Töchterl. get. Pathen: 1. Maria Dorothea Petzoldtin. 2. Johann Simon Petzold. 3. Margaretha Meyerin, sind Kolonisten gewesen.
27.06.Johann Thomas, Georgius Meyers, eines Ruß. Kolonisten Söhnl. get. Pathen: 1. Johann Adam Herbelsamer. 2. Margaretha Herbelsamerin. 3. Thomas Spitzwieser, sind alle Kolonisten.
29.06.Johann Heinrich, Johann Michael Schatzes, eines Rußisch Kolonisen Söhnl. get. Pathen waren 1. Johann Friedrich Heut. 2. Kunigunda Siegmen. 3. Hanß Ruße, waren Kolonisten.

Aus den Sterbebüchern 1765-1766

08.06.1765Joseph Erkels, eines Kolonisten Kind, begraben.
06.04.1766ist Meister Johann Christoph Krahmers, eines Kolonisten Söhnlein begraben.
08.05.ist Philipp Schlagens, eines Rußisch Kolonisten Söhnlein, am Tage begraben.

  1. Lehrer Max Wolff, Roßlau: Roßlau in Anhalt als Sammelpunkt „russischer Kolonisten“ 1765 und 1766 in: Der Wolgadeutsche, Fortschrittliches Blatt für Arbeit, Glaube und Bildung. Verlag Verband der Wolgadeutschen Bauern G.m.b. H. Hrsg. Hilfswerk der Wolgadeutschen e.V. Berlin, 15.11.1923 Nr.22/40 und 1.12.1923 Nr. 23/40 des 2. Jahrgangs ↩︎
  2. Onlinechronik der Stadt Roßlau ↩︎
  3. Lehrer Max Wolff, ebenda ↩︎
  4. Michael Schippan (Autor), Sonja Striegnitz: Wolgadeutsche. Geschichte und Gegenwart, Dietz 1992, p. 40f ↩︎
  5. Lehrer Max Wolff bezieht sich auf: Archivrat Dr. Wäschke, H.: „ Russische Kolonistenzüge in Anhalt “ in „ Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde . Mitteilungen Band 9, Heft 4/1902 Im Auftrage des Vereins herausgegeben von Dr. H. Wäschke , Archivrat in Zerbst. Dessau 1904.S. 286-91 ↩︎
  6. Nachruf unter Kalenderblatt vom 15. August ↩︎
  7. Lehrer Max Wolff, ebenda ↩︎