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Gründungsgeschichte Jamburgs
Lange bevor die Zaren Deutsche ins Land riefen, wurde die Gründung von Jama (Яма) am Fluss Luga urkundlich im Jahre 1384 in der Nowgoroder Chronik2. Da es sich um eine Festung handelte, wurde der Ort auch Jama Gorodok genannt. Jama oder auch Dschama nach dem dort ansässigen finnischen Stamm.
Diese Festung, damals noch eine Wallallanlage, diente dem Schutz vor schwedischen Angriffen und widerstand in späteren Zeiten auch den Belagerungen des Deutschen Ordens in den Jahren 1395 und 1444 bis 1448.
Nach dem Ende des Livländischen Krieges musste die Stadt an Schweden abgetreten, werden, war jedoch bereits 1595 zurückgegeben worden. Nach dem Frieden von Stolbowo im Frühjahr 1617 wurde sie erneut schwedisch. In all diesen Jahren war hier nicht nur das Militär zu Hause, sondern auch alles Gewerk, was dazugehört, unter anderem das Eisenschmiedehandwerk.

Die Geschichte der Festungsstadt blieb wechselvoll, Ende 1700 kurz in russischer Hand, dann wieder in schwedischer, wurde sie mit dem Großen nordischen Krieg 1703 endgültig russisch. Nun erhielt sie den Namen Jamburg, der ihr erhalten blieb bis 1922, als die die Bolschewiki sie nach dem estnischen kommunistischen Führer Viktor Kingissepp (Кингисепп) benannten.
Im Jahre 1708 verlieh Peter der Große die Stadt an seinen engen Vertrauten Alexander Menschikow als Fürsten von Ischora. Ischora heißt der Fluss bei Kolpino.

1710 begann der Wiederaufbau der ehemaligen schwedischen Sägewerke nahe der Stadt. Zar Peter der Große hatte zunächst eine neue Hauptstadt, Sankt Petersburg, erbauen lassen, jetzt sollte eine Flotte aufgebaut werden.
Dazu war er inkognito in die Niederlande gereist, um auf der nahe bei Amsterdam liegenden Werft die holländische Schiffsbaukunst kennenzulernen. Unter dem Namen Peter Michailow arbeitet er als scheinbar einfacher Zimmermann. Was später zu der weltberühmten Oper Zar und Zimmermann inspirierte.
Schiffsbau benötig Holz und viele Handwerker, diese gründeten daher eine Handwerkssiedlung nahe dem Werk, ab 1722 Kolpino genannt.
Da man zur Glasproduktion ebenfalls Holz benötigte, bot sich die Anlage einer Glasfabrik an, welche 1714 gegründet wurde. Man produzierte zunächst Flachglas. Der Bauplatz war gut gewählt. Luga-Sande genossen unter den Glasmachern einen hervorragenden Ruf.
1717 erließ Peter der Große ein Dekret: „Die Glashütten im Dorf Schabino im Bezirk Jamburg sollen an fleißige Russen und Ausländer verpachtet werden.“
In den 1720er Jahren gehörte die Jamburger Glaswarenfabrik Fürst A. P. Menschikow, dieser scheute keine Kosten, um sein Unternehmen auszubauen und zu verbessern. Innerhalb weniger Jahre übertrafen die Jamburger Fabriken die Moskauer Glasfabriken sowohl in der Produktionstechnologie, als auch in der Produktpalette. Neben den Kunstgegenständen, klarem oder bemaltem Glas, Kristall, mundgeblasenen oder gegossenen Spiegeln in sehr großen Formaten mit kunstvoll geschnitzten Kristallfassungen, fertigten sie auch technische Artikel auf Bestellung an. Dazu gehörten Glaswaren für chemische Labore, Instrumente und Gefäße für Apotheker, optische Linsen, Sanduhren für Schiffe und Wasserpfeifen für den Export in den Osten.
Besonders hervorzuheben ist die Herstellung von Glasglocken in verschiedenen Größen und Tonhöhen für einen Musikbrunnen, der verschiedene Melodien spielte. Dieser Glockenbrunnen wurde 1724 in Peterhof errichtet. 1730 wurden über dreitausend Glaswaren verschiedener Art aus den Jamburger Manufakturen nach St. Petersburg geliefert. Wenige Jahre später wurde die für ihre kunstvollen Glaswaren und Spiegel bekannte Jamburger Manufaktur nach St. Petersburg verlegt.
Während der Herrschaft Katharinas II. 1762–1796 errichtet man in Jamburg Holzgebäude für Tuch-, Seiden- und Batistfabriken.5 Diese Gebäude wurden jedoch bald durch eine Feuersbrunst zerstört, die Produktion kam zum Erliegen. An ihrer Stelle errichtete man ein Einkaufszentrum mit 44 Geschäften und einer überdachten Galerie.6
In Folge der Verordnungen der Zarin vom 30. September 17657 wurden zunächst 110 deutsche Kolonistenfamilien angesiedelt. Obwohl es sich um Handwerkersiedlungen handelte, wurde als Zweck der Ansiedlung die Vervollkommnung des Ackerbaus genannt.8
Die drei 1767 entstandenen Kolonien, Luzkaja, Porchow und Frankfurt nahe Jamburg, wurden alle zur Gemeinde Jamburg gezählt. In ihnen siedelten 67 katholische Familien aus Schwaben, Hessen-Darmstadt und Preußen9, die über die Hafenstadt Reval ankamen.
Freie Religionsausübung, eigene Jurisdiktion in den von den Ansiedlern gegründeten Siedlungen, eine 30-jährige Abgabenfreiheit, Landzuteilung, Vorschüsse und Befreiung vom Militärdienst, waren zunächst ein überzeugender Grund, einzuwandern.
Es wurden steinerne Häuser für Kolonisten und die Fabriken errichtet, ein achteckiger Markt angelegt, umrahmt von steinernen Gebäuden für die Händler, leider verfielen diese, da sie ungenutzt blieben. In der Mitte des Platzes war ein Obelisk. Russischen Bauern, die der Ansiedlung der deutschen Kolonisten weichen mussten, baute die Krone in Pernitz ebenfalls steinerne Häuser, ähnlich der Kolonistenhäuser.
Bereits seit 1770 gab es eine steinerne russische Kirche, während die überwiegend katholischen deutschen Gläubigen in einem Fabrikgebäude von ihrem Geistlichen betreut wurden. Die protestantischen Gläubigen gingen nach Narwa.
Als Jamburg 1782 Kreisstadt wurde, übergab man die in der Nähe des Platzes liegenden Gebäude, in manchen wohnten zuvor Fabrikanten, an die Verwaltung und richtete sie für Beamte ein, als Gerichtsgebäude, eines war bereits das Postamt, da an der Heeresstrasse liegend.
Um 1787 bestand noch immer eine kleine Fabrik zur Seitenstrumpfherstellung und eine größere Tuchfabrik unter Leitung eines Franzosen mit 38 Webstühlen für jeweils zwei Arbeiter. 10

Wirtschaftliche Ursachen des Scheiterns vieler deutscher Kolonisten
Unfruchtbare Böden und schlechte Erträge waren für die Einwanderer ein großes Problem. Sie waren die deutlich kürzeren Vegetationsperioden und das raue Klima nicht gewohnt, dazu kamen sandige Böden in der sumpfigen Niederung, auf denen nur Heide wuchs.
Die Brandenburger kannten das aus ihrer Heimat, nicht dagegen die Einwanderer aus dem süddeutschen Raum, die bessere Böden, Weidegründe und eine andere Witterung gewohnt waren.
Entsprechend fiel der Erfolg aus, 1787 berichtete ein Besucher, er traf in zwei Dörfen bei Jamburg ewa 80 Wirtschaften an, während die einen durch Fleiß voran kamen, stürzten die anderen sich durch eigene „Liederlichkeit“ in Armut. Es wird über Land- und Viehmangel geklagt.12 Wobei der Mangel an Land durchaus zutraf, da die Ansiedler laut Manifest Ackerland, Heuwiesen, Weide und Waldstücke von insgesamt 35 Desjatinen13 Land erhielten, wobei jedes 210 rheinländische Fuss14 breit und 560 Fuss lang ist (knapp 66 X 176 m).
Es gab den Vorschlag, die armen Wirte sollen in derTuchfabrik arbeiten, die besseren Ackerbauern einen Teil ihres Landes übernehmen. Einige dagegen versorgten die Stadt mit Wild durch Jagd, Butter und allerlei Wurzelwerk, welches sie in der Natur sammelten.
Die wirtschaftliche Beschreibungen der Ujesde (Экономические примечания ) vermerken daher für den Jamburger Kreis regelmäßig niedrige Erträge und schlechte Landwirtschaftsbedingungen. Erschwerend kam hinzu, es gab außer den Fabrikarbeitern keine Absatzmärkte, kaum Infrastruktur und dadurch bedingt hohe Transportkosten in Städte wie Sankt Petersburg. Obwohl sich der Weg durchaus lohnen konnte, da man in Städten deutlich höhere Preise für seine Waren erzielte, die Nachfrage nach Nahrungsmitteln zudem ungleich höher war als auf dem Land. Insbesondere Kartoffeln sollten die Deutschen zur Versorgung der Bevölkerung anbauen.
Es gab eine ausdrückliche Genehmigung für Privatbesitzer, Kolonisten auf eigenen Grund anzuwerben, was mitunter ebenfalls zu Konflikten führte, zumeist in Form von Streitigkeiten über Landgrenzen.
Vor allem beklagten die Ansiedler jedoch die vermeintlich nicht eingehaltenen Privilegien der Steuerbefreiungen, das fehlende Stellen von fertigem Bauholz, Saatgut, Vieh, die mangelnden zinsfreien staatliche Kredite und nicht vorhandene Ackerflächen, die erst urbar gemacht werden mussten.
Es war ihnen nicht bewußt, dass die Ansiedlungsregion für die Steuerbefreiungsjahre eine große Rolle spielte, dazu gab es Steuerregister. Wer sich um Sankt Petersburg und in den Siedlungen Ingermanlands niederließ, konnte sie nur fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Zinslose Kredite waren maximal auf die ersten zehn Ansiedlungsjahre beschränkt, die Jurisdiktion hatte einen beschränkten Wirkungsbereich, in besonderen Fällen galt für deutsche Kolonisten das russischen Zivilrecht. Ebenso beschwerlich war die innere Verwaltungsbehörde, das Kolonistenkontor, welches das Leben der Ansiedler genau so bürokratisch werden ließ, wie in der alten Heimat. Die Eingriffe lokaler Beamter in die Selbstverwaltung und Beschwerden über ungerechte Behandlung finden sich daher häufig in Berichten des Kommerzkollegiums (Коммерц-коллегия)16
Auch die ungewohnten Bevölkerungsverhältnisse17 erschwerten das Einleben, es gab in den neuen Kolonien keine Durchmischung der Bevölkerung, wie in der alten Heimat, sondern eine sehr deutliche Trennung zwischen Städtern und Landbevölkerung. Bauern, die ihr Land nicht mehr bestellten, da sie in den Manufrakturen arbeiteten, in den Städten viele Kaufleute, Militärpersonen, Beamte, adlige Hausbesitzer und natürlich Handwerker. Diese wollten alle versorgt werden mit Nahrung. Dem gegenüber standen viele einheimische Leibeigene, arme Bauern, die als Pächter arbeiteten und wenige, zumeist adlige Großgrundbesitzer mit ihren Abgabenlasten.
Die Kolonisten mussten zudem Soldaten versorgen und Transporte leisten — eine zusätzliche Belastung, da der Jamburger Kreis als Grenzregion zu Schweden auch Durchzugsgebiet für Truppen war, entsprechend von Einquartierungen betroffen.18
Der entscheidende Wendepunkt: Die Einladung in den Süden (Neurussland)
Ab den 1780er Jahren begann die russische Regierung, gezielt Kolonisten in die Schwarzmeersteppe umzusiedeln. Gründe für die staatliche Umsiedlungspolitik war die Erschließung der neuen Gebiete nach dem Russisch-Türkischen Krieg, die Ansiedlung sorgte auch für eine Sicherung der Südgrenze. Dazu kam der dringend benötigte Aufbau einer effektiven landwirtschaftlichen Produktion zur Versorgung der Bevölkerung der sich entwickelnden Städte und Industriestandorte, weshalb die Order in der Suche nach erfahrenen deutschen Siedlern bestand. Es sollten keine Handwerker mehr angeworben werden, sondern ausdrücklich das gesamte Spektrum der bäuerlichen Kenntnisse und Fähigkeiten. Zudem setzte man nach den Problemen mit mittellosen Einwanderern auf finanzkräftigere, um die Kosten für die Ansiedlung geringer zu halten.
Wieder wurde mit Steuerfreiheit, garantiertem Landbesitz, freier Religionsausübung, Selbstverwaltung, staatlicher Unterstützung für die Beschaffung von Saatgut, Vieh und Bauholz und diesmal mit fruchtbaren Schwarzerdeböden geworben.
Im Vergleich zu den Ackerbaubedingungen in Jamburg war das ein Quantensprung.
Документ №26
Указ Екатерины II о переселении колонистов из Ямбургского уезда в Екатеринославскую губернию, о льготах Ямбургским колонистам о платежах шлиссельбургских колонистов
16.08.1793
17.147. — Августа 17. Именный, данный Санктпетербургскому Вице-Губернатору. — О переселении 270 душ колонистов из Ямбургского уезда в Екатеринославскую Губернию; о прибавке пашенной земли остающимся в оном уезде колонистам; о даче им льготы на пять лет, и о сравнении их, по прошествии сего времени, в платеже податей с Ижорскими колонистами.
По рассмотрении поданного Нам от С. Петербургской Казенной Палаты о состоянии Шлиссельбургских и Ямбургских колонистов доклада, за благо признали Мы удовлетворить хотящим переселиться из Ямбургского уезда в числе 273 душ мужеска и женска пола, Мы возложили на попечение и распоряжение Нашего Генерал-Поручика Графа Зубова отправление их из настоящих жилищ будущего 1794 года весною, и водворение их в Губернии Екатеринославской, снабдя его потребными на то суммами; а вам повелеваем: 1. дома и другие строения, сим переселенцам в нынешних их жительствах принадлежащие, также и прочее имение, которого они с собою забрать не могут, позволить им распродать в собственную их пользу. 2. Остающиеся за тем в Ямбургском уезде тридцать шесть семейств колонистов, удовольствовав просимою ими пашенною и сенокосною землею и лесными угодьями, всего пятьюстами девятью десятинами, дать им льготы пять лет; по прошествии же оных, платить им ежегодно одинаковую с Ижорскими колонистами подать, по 303/4 копеек за каждую десятину. 3. Казенную на Ямбургских колонистах недоимку, возросшую ныне до 137.493 рублей 85 копеек, по крайней их бедности и в рассуждении неудобности земли, на которой они поселены были, с них не взыскивать. 4. С Шлиссельбургских колонистов, вследствие добровольно учиненного ими обязательства, взыскивать ежегодно подати в казну, за землю по 918 рублей 75 копеек, да сверх того по 300 рублей, в уплату недоимки, из которой однако ж исключить 3.871 рубль 183/4 копеек, за неудобную землю причитающиеся.
ПСЗРИ. Собр. 1. Т. XXIII. С. 454.19
Mit Ukas vom 17. August 1793 20erlaubte man 273 Kolonisten (57 Familien) der Kolonien Luzkaja, Porchow und Frankfurt, ins Gouvernement Jekaterinoslaw umzusiedeln, sie wurden vorübergehend im Dorf Staraja Kodak untergebracht, wo ihre Zahl infolge von Mangel und Krankheiten auf 240 Seelen sank.
Schließlich wurden ihnen Ländereien 17 Werst von Ekaterinoslav entfernt zugewiesen, am Dnepr, nahe der Mündung des Flüsschens Mokraja Sura, wo sich einst zahlreiche Saporoger Winterlager befanden. Dort ließen sie sich endgültig nieder und gründeten die Ansiedlung Jamburg.21 Eine Einwohnerliste aus dem Jahre 1816 überlieferte das Kommando Stumpp.
Die Lage der restlichen Familien verbesserte sich nicht, ein Bericht vom 5. April 1800 beschrieb die Situation der seit über 30 Jahren ansässigen als sehr schlecht, selbst ihre Kleidung war mangelhaft, drückte ihre Armut aus. Nicht jeder ist in der Landwirtschaft tätig, einige verloren durch Diebstahl und Zerstörung das, was die Staatskasse für sie gekauft hatte. Andere, die aufgrund von Krankheit in Armut geraten waren, verkauften ihr Vieh, so dass elf Familien aufgrund von Ressourcenmangel keine Landwirtschaft betreiben. Einige Wirte, die zunächst ihren Lebensunterhalt durch Arbeit in der die Jamburger Tuchfabrik verdienten, sich nicht an die Arbeit der Landwirtschaft gewöhnen konnten, sind ebenfalls arme Bauern. Ihnen wurden Vergünstigungen für die Zahlung von Grundsteuern gewährt. Es wurden 10 Jahre festgelegt, danach sollten jährlich fünf Kopeken von jedem Zehnten abgezogen werden zur Rückzahlung des Darlehens.22
Ein die Besteuerung der Anwesen der verbliebenen Familien betreffendes Aktenstück zählte am 18. Juli 1805 die Zahl von 22 Höfen, 37 Familien und 188 Personen.23
In den 1820er Jahren wurden die Kolonisten daher durch die Behörden häufiger kontrolliert als bisher. Obwohl sie fleißig waren, kamen sie noch immer eher schlecht mit den örtlichen Bedingungen zurecht. Als die Domänenkammer Mitte der 1840er Jahre auf die Armut der Jamburger Kolonien aufmerksam wurde und Beamte zur Inspektion der Siedlungen entsandten, fanden sie die Häuser und Wirtschaftsgebäude größtenteils zerstört vor. Viele Hofbesitzer hatten weder Pferde, Vieh, noch landwirtschaftliche Geräte. Es gab kein Handwerk, und der Gemüseanbau deckt kaum den eigenen Bedarf. Man befand den Sittenverfall als so weit fortgeschritten ist, das 16 der 40 Wirte durch übles Verhalten und Trunkenheit auffielen.
Darauf hin ordnete Zar Nikolaus I. an, den Jamburger Kolonisten die schon lange nicht mehr bezahlte Grundsteuer zu erlassen, einige von ihnen nach Südrussland umzusiedeln und einen Unteroffizier mit der Leitung der schon lange nicht mehr funktionierenden lokalen Verwaltung zu betrauen.24
So zogen erneut 37 Familien ins Jekaterinoslawsche und gründen 1848 Neu-Jamburg (Nr. 47, Nowokrassnowka; Novokrasnivka).
Das Reichsdomänenamt zählte 1849 in der Stadt Jamburg 9 deutsche Kolonistenfamilien mit 55 Personen, in Luzkaja 15 Familien mit 91 Personen, in Porchow 9 Familien mit 95 Personen und in Frankfurt 4 Familien mit 66 Personen. Unter den Kolonisten der drei Jamburger Kolonien waren nur noch 161 Katholiken25.
Diese Kolonisten assimilierten sich nach und nach, wurden russische Untertanen, arbeiteten und lebten in der Stadt, traten ins Militär ein, verließen den Bauernstand, so daß die wirtschaftlich so erfolglose Ansiedlung der katholischen Bauern verblasste in der Geschichte der Jamburgs.

- Wikimedia Jambug 1860, gemeinfrei http://maps.monetonos.ru/tom_01/kartSpb/odnoverstka/monetonos_9-4.jpg ↩︎
- Seite des Jahres 1384 in der ersten Nowgoroder Chronik ↩︎
- Wikimedia, Teil des Kupferstichs – Kapurga-Gama – Festungen Jaama und Koporje, Stridbeck,1720, gemeinfrei. Nachbearbeitung J. Rzadkowski ↩︎
- Esthland und Ingermanland oder St. Petersburg, Kartograph: Friedrich von Stülpnagel, Graveur: C. Stier, Herausgeber: Justus Perthes. Nationalbibliothek Estlands http://www.digar.ee/id/ru/nlib-digar:46771 ↩︎
- Johann Christian Schedel: Neues und vollständiges geographisches Lexikon für Kaufleute und Geschäftsmänner, oder alphabetisch geordnete Beschreibung aller Welttheile, Staaten, Länder, Plätze, Häfen, Gewässer und Kanäle, die den Kaufmann interessiren und wohin gehandelt und Verkehr getrieben wird, Bd. 2 G – M Verlag Schwickert, Leipzig, 1803, p.214 ↩︎
- aus dem Artikel der Газета „Время“ Кингисеппского района vom 15.6.2024: Ям – Ямбург – Кингисепп. Экономическое и социальное становление: от старины глубокой до наших дней! С 640-летием, любимый город! ↩︎
- Peter von Koeppen; Ueber die Deutschen im St. Petersburgischen Gouvernement. Buchdruckerei der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 1850 p.10 [Gesetzessammlung Ukas vom 23. Juli 1769. S. Полн . Собр . Зак . Т. ХXIII , No. 13,325 S. 927] ↩︎
- Eine Liste vereidigter Kolonisten auf der von Anatol Gehweiler (1957-2015) initierten Homepage ↩︎
- Die deutschen Ansiedlungen in Russland, Friedrich Matthäi, Leipzig 1866 (p. 25) ↩︎
- August Wilhelm Hupel: Bemerkungen über Ingermanland als den beträchtlichsten Theil des jetzigen St. petersburgischen Gouvernements. Nebst anderen kürzern Auffsätzen etc. Der nordischen Miscellaeen 13tes und 14tes Stück. Riga verlegts Johann Friedrich Hartknoch. 1787 p.309 f ↩︎
- LDS #007790520 Bild 3 Item 2 ↩︎
- Huppel, ebenda ↩︎
- 1 Kron-Dessjatine (neu) = 2400 (Quadrat-)Saschen = 10.925,3975 Quadratmeter = 109,254 a ≈ 1,1 Hektar (ha)
1 Kron-Dessjatine (alt) = 3200 (Quadrat-)Saschen = 145,666 Ar = 1,457 ha ↩︎ - 1 Preußischer (Rheinländischer Fuß). = 0,313853497 m ↩︎
- Esthland und Ingermanland oder St. Petersburg, ebenda ↩︎
- https://bibliotekar.ru/2-7-5-torgovlya-kupechestvo-18-veka/index.htm ↩︎
- https://bibliotekar.ru/2-8-8-istoriya-rossii-18-vek/1.htm ↩︎
- Magazin für die Literatur des Auslandes. Hrsg. Joseph Lehmann. 65. Band Januar-Juni 1864. Berlin, Ferd. Dümmler´s Verlagsbuchhandlung Harrwitz und Großmann 1864, No. 8 p.119 ↩︎
- ПСЗРИ. Собр. 1. Т. XXIII. С. 454 ↩︎
- Peter von Koeppen, ebenda, p.11 [Ukas vom 17. August 1793. S. Полн . Собр. Зак . Т. ХXIII , No. 17,147 S. 454] ↩︎
- Skalkovsky, Apollon Aleksandrovich (1808–1898). Erfahrungen mit der statistischen Beschreibung des Gebiets Noworossijsk. Teil 1: Geographie, Ethnographie und Bevölkerungsberechnung des Gebiets Noworossijsk. – Odessa: L. Nitsche Press, 1850. [Опыт статистического описания Новороссийского края] p.261 ↩︎
- ПСЗРИ. Собр. 1. Т. XXVI. С. 115—128 ↩︎
- Peter von Koeppen, ebenda, p.24 ↩︎
- Hrsg.: Victor Herdt, Dietmar Neutatz: Gemeinsam getrennt; Bäuerliche Lebenswelten des späten Zarenreiches in multiethnischen Regionen am Schwarzen Meer und an der Wolga (Veröffentlichungen des Nordost-Instituts, Band 7) Harrassowitz Verlag 1. Juni 2010 p.47 ↩︎
- Peter von Koeppen, ebenda, p.24 ↩︎
- alte Postkarte Russlands vor 1912, Löwe auf Denkmal der Grabstätte Karl von Bistrams (1770-1838) ↩︎
- Издание Л. Крохмъ, г. Ямбург [Herausgeber L. Krochm, Stadt Jamburg] ↩︎

