Landkreis Allenstein

Der Landkreis Allenstein war ein Landkreis in Ostpreußen, der von 1818 bis 1945 bestand. Er lag im Ermland, ein Gebiet, das bis zum 13. Jahrhundert von den einheimischen Prußenstämmen bevölkert war. Nach der Eroberung der Gebiete durch den Deutschen Orden kamen Kolonisten aus Deutschland und besiedelten das Land von der Küste aus bis ins Landesinnere. Lübecker Siedler gründeten nach 1270 an der Ostsee Frauenburg und Braunsberg, Kolonisten aus Schlesien gründeten Wormditt, Guttstadt und Heilsberg. Ab 1350 wurden die südlichen Kammerämter Allenstein, Wartenburg, Seeburg, Rößel und Bischofsburg neu besiedelt.


Wie bereits berichtet, wurde meine Ur-Ur-Großmutter Auguste Emilie Neufang in Wartenburg (Barczewo) getauft. Ihr Vater Louis war hier als Schuhmachermeister ansässig, er kam aus Paresken, Preußisch Eylau.

Die Geschichte Wartenburgs (Wartenberg) begann mit der Errichtung eines Bischofssitzes am Nordufer des Wadangsees um 1325 durch den Bischof von Ermland. Nach der Zerstörung durch die Litauer 1354, war der Ort 1364 wieder aufgebaut und erhielt von Bischof Johannes Stryprock Stadtrecht und Kulmer Recht, ein neuer Bischofsitz wurde auf der Flussinsel angelegt.  Der Ort wurde 1410-1414 schwer in Mitleidenschaft gezogen und 1945 erneut zur Hälfte zerstört.

Im 14. Jahrhundert wurde ein Rathaus am Marktplatz, eine einschiffige Hallenkirche (ehemalige Klos­terkirche St. Andreas) und ein Kloster erbaut. 1390 von den Franziskanern, nach der Reformation von den Bernhardiner genutzt, mussten die Gebäude 1810 an den preußischen Staat abgetreten werden und wurden 1834 Strafanstalt, bekannt als „Warminski Alcatraz“.

Wartenburg, Pfarrkirche St. Anna und St. Stephan am Mühlenteich

Ein Brand vernichtete 1594 und 1798  große Teile des Schlosses , es wurde wieder aufgebaut, jedoch nach dem zweiten Brand als Schule genutzt.

Die im 14. Jahrhundert erbaute dreischiffige St.-Anna-Kirche brannte 1798 aus und wurde während des anschließenden Wiederaufbaus mit einem Turm und einem neogotischen Chor ver­sehen.

Mein Urgroßvater väterlicherseits, August Milinski, kam in Hirschberg (Jedzbark) zur Welt, der Ort gehört zum Landkreis Wartenburg und liegt rund 7 km von der Stadt entfernt. Am 12. März 1364 verlieh der Bischof Ermlands Johannes Styprock (~1300–1373) die Handfeste nach dem Kulmer Recht dem Lokator Johann Stebin für ein Dienstgut mit zehn Hufen, zehn Morgen Wiesen und einem Ritterdienst zwischen Sirwindten (Serwent) und Urdinghenen.

Im Mai 1874 wurde aus den Landgemeinden Daumen, Hirschberg, Kirschlainen, Odritten und den Gutsbezirken Daumen und Kutzborn der Amtsbezirk Hirschberg gebildet. 1928/1929 kamen der Gutsbezirk Sadlowo und der Seebezirk (Aarsee) dazu.