Erzählungen der Maria Strehle, 1881 Sarata

Hinweis: die Daten entspringen der Erinnerung und decken sich daher teilweise nicht mit den tatsächlichen Daten der Kirchbucheinträge zu den Personen.


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Die von Alois S t r e h l e gesammelte Nachrichten und Begebenheiten von der Zeit der Voreltern und unserer Herkunft theilweise erzählt von der Mutter Maria Strehle geborenen Schäfer in ihrem 84ten Lebensjahr 1881.

Es ist mein Wunsch, dass diese Beschreibung von den Gliedern unserer Familie, welche dafür Interesse haben, weitergeführt werde, denn es ist für jeden wichtig zu wissen die Herkunft und Verhältnisse der Voreltern. Es kommen im menschlichen Leben Fälle vor, wo solche Nachrichten zu Nutzen kommen, und Vieles daraus zu erfahren ist.

Die Heimat unserer Voreltern väterlicher Seite war Schnuttenbach bei Gensburg, Landgericht Burgau in Bayern an der Donau.

Der Urgrossvater Strehle war über fünfzig Jahre verheiratet und starb sehr schnell wahrscheinlich am Schlag, auf dem  Wege von Burgau nach Schnuttenbach. Beide Ortschaften liegen nahe beisammen; auf der anderen Seite nahe dabei liegt Gontrimingen, wo die Urgrosseltern beerdigt liegen, weil Schnuttenbach ein kleines Dorf ist und auch zu jener Kirche gehört, ebenso keinen besonderen Friedhof besitzt. Bei meiner Durchreise daselbst im Jahre 1864 gab ich mir Mühe die Gräber der Urgrosseltern aufzusuchen und fand alles, wie es mir beschrieben wurde seit der Auswanderung unverändert.

Die Kirche steht auf einer starken Anhöhe und um dieselbe der Friedhof mit einer Mauer umgeben. An der Rückseite des Friedhofes ist eine Thür und rechts beim Eingange nahe bei der Thüre liegen sie begraben. Ich fand auf derselben Stelle Stücke Holz von Kreuzen, auf welchen die Namen nicht mehr zu lesen waren, folglich konnte ich nicht unterscheiden ob dieselben von ihren Gräbern waren. Das vorelterliche Haus mit Hof und Garten fand ich ganz in demselben Zustande, wie es verlassen wurde. Nur ein einziger Baum von welchem mir der Vater und später der Onkel in Deutschland erzählte und für den ich mich sehr interessierte, der war das Jahr vorher vom Sturm umgerissen. Mit diesem Baum war folgendes Ereignis:  Als der Vater und seine Brüder noch Kinder waren und ihre Eltern Sonntags in der Kirche waren, machten sie ein Spiel. Sie schlachteten ihrer Mutter die jungen Gänse und benutzten denselben Baum als Galgen indem sie die Gänse daran aufhängten.

Einer verkaufte das Fleisch und die anderen spielten die Käufer. Als nun das Fleisch verkauft war, da holten sie die Gänse der Nachbarin und setzten das Spiel fort ohne zu denken, dass sie ein Unrecht begingen. Als nun die Eltern aus der Kirche kamen lief Anton, der Jüngste, ihnen voll Freude entgegen und erzählte was für ein schönes Spiel sie haben.

Der Grossvater Johannes Strehle war der Erbe vom ganzen Bauerngut. Er wurde geboren den 4ten Juli 1762 und starb in Sarata im Jahre 1839 den 27ten Oktober 6 Uhr morgens.

Seine Söhne waren: Der Vater Johannes Strehle, der älteste,

der 2.             Jakob    Strehle, Schmied in Sarata,

“ 3.                 Josef    Strehle, Pastor in Deutschland

“ 4.                 Anton    Strehle, später Kaufmann in Breslau,

die einzige Tochter, welche als Kind starb, wurde während der Franzosenkriege im Walde geboren, weil die Franzosen damals als Feinde im Lande waren und mit den Leuten unbarmherzig verfuhren, so flüchteten


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