über uns

Weshalb betreibe ich eine solch intensive Ahnenforschung ?

Eines Tages saß ich bei meiner Oma und blätterte in einem Fotoalbum – da fielen mir einzelne, vergilbte und teilweise nur in Stücken vorhandene Blätter in die Hand.

Auf die Frage, was das ist, erzählte sie mir, das diese Blätter die geretteten Nachweise ihrer Abstammung seinen, da sie im Krieg ausgebombt wurden – jeder Deutsche jedoch einen Ahnenpass besitzen musste.

An jenem Nachmittag saß ich mit ihr im Puzzle meiner Vorfahren, ich klebte mit ihr diese Blätter zusammen und schrieb die seltsam klingenden Namen auf, nicht einen davon hatte ich je zuvor gehört. Groß Golle, Lokietka, Lonkietki, Hirschberg, Thierberg, Neu Lubosch ….

Im heutigen Polen, im ehemaligen Wartheland, liegt der Ort Groß Golle, heute Golaszewo, die Orte Hirschberg in Ostpreußen, heute Idzbark, ebenso Thierberg (Zwierzewo).

Sie erzählte mir von Flucht und Vertreibung, von Selbstzweifeln, ob sie es allein mit ihren Kindern schaffen würde, ich las die Gedichte und liebevollen Zeilen eines Großvaters, den ich nie kennen lernen durfte ….

An diesem Tag entstand mein erster Mini-Stammbaum.

Kaum zurück löcherte ich meine andere Oma, sie erzählte mir vom ausgewanderten „Onkel aus Amerika“, davon, das sie im Elsass laufen lernte, vom Opa hörte ich Namen wie Schlesien, Ostpreußen, Pommern …

Das alles regte meine Phantasie ungemein an, was für „mystische“ Orte, welche in keinem meiner Schulatlanten verzeichnet waren.

Das zweite, einschneidende Erlebnis gab es 1990.

Wir waren bei Verwandten meines Mannes zu Besuch, da meinte sein Onkel plötzlich: „Soll ich Euch etwas verraten? Ich wurde in Paris geboren.“ Unsere Reaktion war entsprechend, „ja ja, Paris, Frankreich oder doch Paris, Vorort von Nauen?“ Doch er meinte nur: „Nein, es gibt noch eins, in Bessarabien.“

Bessarabien – was für ein Arabien soll das denn sein, noch nie gehört.

Und er begann zu erzählen, vor unserem geistigen Auge entstand ein Ort mit weißen Häusern und Weinbergen, stolz berichtete er von seiner Heimat, welche er unbedingt wieder sehen wollte, einmal noch diese Weinberge sehen.

Die Gründe der Auswanderung unserer Vorfahren werden genauso mannigfaltig gewesen sein, wie die aller Auswanderer, ob damals oder heute. Sicher ist nur eines, der Wille und die Kraft, etwas gänzlich Neues zu schaffen, war ihnen allen gegeben. Sie hatten den Mut, in unbekannte Regionen aufzubrechen, die Kraft, der Natur ein Auskommen abzuringen und den Stolz, ihre Herkunft, Sprache und Traditionen überdauern zu lassen, ohne sich einem „Herren“ zu beugen und sich selbst aufzugeben, lieber zogen sie weiter.

Wie betreibe ich diese Forschung?

Nun begann die Erfassung der Familiennamen intensiver, eine große Zettelwirtschaft wollte in ein Programm, der C64, dann ein „Quantensprung“, ein 286er PC mussten Ordnung schaffen. Mit dem ersten Windows kam das erste Ahnenprogramm, mit dem Internet Zugang eine Kommunikationsmöglichkeit, welche die Post absolut in den Schatten stellte. Kein Abschreiben der Daten, sondern komfortables Auslesen von Datensätzen aus dem E-Mail-Anhang.

Der „Onkel aus Amerika“ war schnell gefunden, wer hätte gedacht, wie viel Interesse Amerikaner an ihrer Herkunft haben, die Öffnung der Leningrader Archive brachten mir den nächsten Schwung Daten, teilweise noch in Russisch und dann die Odessa Bibliothek – eine Fundgrube für jeden, der etwas über seine Vorfahren wissen möchte.

Natürlich stapeln sich auch Bücher und die Bücherei musste in den verstaubten Archiven graben, dank Ebay konnte ich manchen Schatz für meine Nachforschungen heben, man glaubt gar nicht, was Leute so im Schrank stehen haben…

Aus einem Stamm trieben nun nicht nur starke Äste, die Äste bekamen Zweige, die Zweige trieben Blätter und Blüten. Unser Familienbaum ist kräftig gewachsen.

Weshalb Nebenlinien?

Neugierde, was ist aus den Geschwistern geworden, wie haben die Familien untereinander geheiratet, hatten sie die selben Ahnen? Immer häufiger tauchten die gleichen Namen in unser beider Stammbäume auf. Nicht nur die daheim gebliebenen Schwaben, nein auch alle Aus- und Rückwanderer heirateten oft Partner, deren Namen uns bekannt vorkamen, so entfalteten sich die Nebenlinien, um nicht nur ein Bild von der Ausbreitung weniger Familien aufzuzeichnen, sie geben uns heute auch Auskunft darüber, wie nah wir miteinander verwandt sind.

Mein Lieblingsspruch: „vor 3 Millionen Jahren an einem Wasserloch in Afrika, da waren wir alle noch miteinander verwandt“ – nun, soweit müssen wir gar nicht zurück.

Wer soll profitieren?

Sie werter Besucher, denn durch den Umfang der Daten haben Sie die Möglichkeit, zu schauen, ob auch Sie zu dieser riesigen Sippe gehören, ob nun hinein geboren oder hinein geheiratet. Vielleicht ergänzen Sie mit mir zusammen Daten, welche fehlen, und da, wo es zu korrigieren gilt, wäre es schön, wenn Sie mich aufmerksam machen. Vieles ist schwer leserlich, oft weichen die Daten ab in ihren Schreibweisen, so dass ich alles notiere, wenn es die gleiche Person ist.